Ein entscheidender Fortschritt von AEP.GWA ist außerdem das integrierte Monitoring, das frühzeitig Störungen bei Smart-Meter Gateways erkennt und damit Ausfälle minimiert.

Ein entscheidender Fortschritt von AEP.GWA ist außerdem das integrierte Monitoring, das frühzeitig Störungen bei Smart-Meter Gateways erkennt und damit Ausfälle minimiert.

Bild KI generiert © Ameer/AdobeStock

Von: Stephanie Gust

Zuletzt war es im Bereich Smart Metering etwas ruhiger geworden um Arvato Systems. Die Bertelsmann-Tochter bietet unter anderem eine Software für die Gateway-Administration an. Die Anbieter sind hier rar gesät: Robotron, BTC, Fröschl und Tremondi gehören zu den wenigen, die hierzu ebenfalls Lösungen entwickelt haben. Bei Arvato Systems ging hier 2017 der Kauf von Next Level Integration (NLI) voraus, deren GWA-Lösung seit 2024 komplett in das Arvato-Systems-Energy-Portfolio (AEP) integriert wurde. 

Allerdings hatte der IT-Anbieter mit der alten Lösung mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen: "Unterschiedliche Rechenzentren, heterogene Hardware, diverse Datenbanken und eine komplexe Lieferkette erschwerten einen effizienten Betrieb", erinnert sich André Hoffmann, Head of Product Portfolio Energy bei Arvato Systems. Zugleich entwickelt sich die Energiewelt rasant weiter: Dezentrale Erzeuger und Verbraucher sowie zunehmende Netzdienlichkeit von Mess- und Steuerinfrastruktur stellen zusätzliche Anforderungen an eine GWA-Software. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, wie das Solarspitzengesetz oder die Anforderungen nach § 14a EnWG, erfordern eine flexible und zukunftssichere Architektur.

Neu entwickelte Software-Architektur

Als Konsequenz setzt Arvato Systems auf eine neu entwickelte Software-Architektur auf. "Wir haben unsere Softwareprodukte und Services unter dem Namen AEP neu ausgerichtet." Neben AEP.AS4, AEP.API und AEP.MakoCloud für die Marktkommunikation zählen dazu auch das Nachhaltigkeits- und Energiemanagementsystem "green.screen", das energiewirtschaftliche CRM-Template AEP.EnergySuite sowie eine Abrechnungslösung für SAP S/4Utilities.

Die neue GWA-Software setzt auf eine skalierbare Container-Plattform, die Stadtwerken und Messstellenbetreibern eine schnelle und sichere Implementierung ermöglichen soll. Kunden können laut Hoffmann ihre Systeme innerhalb weniger Stunden in Betrieb nehmen. Die Lösung sei sowohl für große und kleine als auch wettbewerbliche Messstellenbetreiber interessant. "Dank der flexiblen und skalierbaren Architektur eignet sich AEP.GWA sowohl für kleine Messstellenbetreiber als auch für Kooperationen sowie große Stadtwerke."

Auch das jeweilige ERP-System sei nicht relevant: Zwar habe man eine hohe Expertise bei SAP, aber die gängigen Systeme könne man problemlos anbinden. Die Schnittstellen zu den Steuerboxen werden durch den "CLS Operator" des Partners Vivavis mitgebracht, der auf der gleichen Infrastruktur bereitgestellt wird und in AEP.GWA integriert ist. Hier wird auf einen Partner mit hoher Ende-zu-Ende-Expertise für Netze – von der Steuertechnik bis zu Leitwarte – gesetzt.

Integriertes Monitoring für Störungen

Ein entscheidender Fortschritt sei außerdem das integrierte Monitoring, das frühzeitig Störungen bei Smart-Meter-Gateways erkennt und damit Ausfälle minimiert. Die Lösung, die in das Arvato-Systems-Energy-Portfolio eingebettet ist, wird außerdem durch bewährte IT-Technologien und Branchenwissen aus dem öffentlichen Sektor, Gesundheitswesen und E-Commerce getragen. Denn Arvato Systems betreibt nach eigenen Angaben seit Jahren Teile der Telematik-Infrastruktur (TI) im Gesundheitssektor und ist an der Delos Cloud beteiligt, die für die digitale Souveränität der deutschen Verwaltung entwickelt wird. Diese Expertise in sicherer IT-Infrastruktur und IT-Security fließe nun direkt in die Entwicklung und den Betrieb von AEP.GWA ein.

Ein weiterer Vorteil sei das eigene Rechenzentrum, das nach ISO 27001 zertifiziert ist und bald auch die BSI TR-03109-6-Zertifizierung erhalten wird.

Unzufriedenheit bei Stadtwerken mit aktuellen Lösungen

Auf der E-World habe man ein starkes Interesse an der neuen Lösung wahrgenommen, sagt Hoffmann. "Viele Stadtwerke und Messstellenbetreiber sind derzeit unzufrieden mit ihren aktuellen Lösungen, da diese nicht die gewünschte Flexibilität und Performance bieten." Die Angst den GWA zu wechseln, sei inzwischen gewichen: Die Prozesse seien erprobt und massenfähig. Auch würden die Unternehmen bei einem Wechsel durch hohe Expertise bei Cloud-Migrationen unterstützt.

Mit der Neuausrichtung und durch die Erfahrungen aus dem Massenbetrieb von mehr als 30.000 intelligenten Messsystemen und mehreren Millionen Lastgängen, wisse man nun, wie der optimale Leistungsschnitt eines Betriebsmodells aussehen müsse, um eine stabile und massenfähige Software liefern zu können. Aktuell befindet sich AEP.GWA im Zertifizierungsprozess, der Produktivbetrieb soll im Juli 2025 starten.

"Wir haben Erfahrungen gesammelt für den massenfähigen Betrieb und können damit bereits heute pro Tag eine Million Marktnachrichten nach den BSI-Verfahren ver- und entschlüsseln".  Dies sei keineswegs selbstverständlich und auch für die Wettbewerber eine schwierig zu händelnde Aufgabe. "Wir haben nicht einfach die alte Lösung weiterentwickelt, sondern schon vor zwei Jahren angefangen, massenerprobte Komponente von Arvato-Systems, die wir schon erfolgreich im Einsatz haben, zu einer wirklichen Software-as-a-Service-Lösung zu kombinieren", so Hoffmann. "Mittlerweile haben wir damit technologisch die zukunftsweisendste Lösung am Markt".

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