Neue Möglichkeiten für Städte und Gemeinden, ihre Abläufe intelligent zu vernetzen, bieten die Lechwerke (LEW) Kommunen an. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotversuchs LEW Inno.Live, der in den Königsbrunn, Stadtbergen und Denklingen lief, steht das Produkt nun allen Kommunen zur Verfügung.
"Wir sind überzeugt, dass smarte Lösungen nicht nur für Großstädte relevant sind, sondern auch dem ländlichen Raum Vorteile bieten. Mit LEW Inno.Live haben wir ein Angebot entwickelt, das genau hier ansetzt", sagt LEW-Vorstandsmitglied Markus Litpher.
Reichweite von rund drei Kilometern
LEW Inno.Live besteht aus drei Komponenten: Sensoren, einem Funksystem und einer eigens entwickelte Datenbank. Die Sensoren können zum Beispiel erfassen, ob Abfallbehälter voll sind, erkennen Bewegungen oder messen Feuchtigkeit. Diese Daten übermitteln sie an ein sogenanntes LoRa-Gateway.
Dabei handelt es sich nach Angaben von LEW um ein besonders kostengünstiges und energiesparendes Funksystem mit einer Reichweite von rund drei Kilometern im städtischen Bereich. Über das Gateway werden die Daten in einem weiteren Schritt per Mobilfunk in eine zentrale Datenbank übertragen und dort aufbereitet. In einem Online-Portal stehen die Informationen den Nutzern zur Verfügung.
LoRa-Funksystem
Bundesweit ist das LoRa-Funksystem bereits an einigen Stellen im Einsatz. Allerdings wird es bislang kaum mit passenden Anwendungen kombiniert, wie es bei LEW der Fall ist, so der Versorger aus Augsburg. "Das Besondere an unserem Pilotversuch war, dass wir das Zusammenspiel von Sensoren, Gateway und Online-Portal getestet haben", sagt Johannes Rieger, Produktmanager bei LEW Netzservice. Bei dem Produkt werde der gesamte Prozess abgebildet.
Einjähriger PIlotversuch
Das System hat sich laut LEW im knapp einjährigen Pilotversuch bewährt. In den Pilotkommunen Königsbrunn und Stadtbergen hat der Regionalversorger jeweils drei Gateways an Straßenlaternen angebracht und insgesamt 35 Sensoren für verschiedene Einsatzbereiche installiert. So erfassen Sensoren an Abfallbehältern, ob diese voll sind oder Tüten nachgefüllt werden müssen. In Blumenbeeten oder Pflanzkübeln messen Sensoren die Feuchtigkeit. In Stadtbergen wurden zudem rund 20 Straßenleuchten umgerüstet, die über das Funksystem gesteuert werden können.
Funktioniert auch im hügeligen Gelände
Ein weiterer Versuch im Rahmen von Inno.Live fand in Denklingen statt. Installiert wurden auch hier drei Gateways, die das Signal von 22 smarten Abfallbehältern empfangen. Denklingen lieferte aufgrund seiner speziellen Topographie nochmal besondere Erkenntnisse für den Pilotversuch. Hier wurde vor allem die Flächenabdeckung des Funksystems getestet. "Mit unseren vielen Hügeln und Tälern sowie den zwei ausgelagerten Ortsteilen konnten wir wertvolle Erkenntnisse zum Projekt beitragen", sagte dazu Denklingens Erster Bürgermeister Andreas Braunegger. Die Flächenabdeckung des LoRa-Netzes habe auch dort reibungslos funktioniert. "Die Technologie ist kostengünstig und flexibel nutzbar und macht aus unserer Gemeinde eine kleine Smart City", sagte Braunegger.
Ablauf Datenauswertung
Die von Sensoren erfassten und über Gateways übermittelten Daten werden in der Datenbank verarbeitet und anschließend den Nutzern über ein mobilfähiges Online-Portal zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltungen können diese Informationen abrufen und ihre Arbeitsabläufe zielgerichtet steuern sowie Fahrtrouten optimieren.
Bei Abfallbehältern können beispielsweise Routineleerungen entfallen und überflüssige Behälter identifiziert werden. So lassen sich Kosten reduzieren, der Service für die Bürger verbessern und durch weniger Fahrten auch die Umwelt schonen. Das ermittelte Einsparpotenzial an Fahrten beträgt rund 30 Prozent. So kann auch die CO2-Bilanz einer Kommune verbessert werden.
Bereits weitere Anwendungsfälle in Planung
Die Ergebnisse des Pilotversuchs seien positiv ausgefallen. Das Funksystem konnte laut LEW unterbrechungsfrei betrieben werden. Die vorgesehenen Reichweiten und die Sendequalität blieben konstant. Auch die eigens entwickelte Datenbank laufe stabil. Die Sensoren haben demnach die Daten größtenteils sehr zuverlässig übertragen und auch die Steuerung der Straßenbeleuchtung funktionierte weitgehend reibungslos. Der Versuch habe auch gezeigt, dass alle eingesetzten Sensoren und Produkte mit den unterschiedlichen Witterungsverhältnissen gut zurechtkommen.
Weitere Anwendungsfälle in Arbeit
Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Pilotversuch haben wir genutzt, um das Produkt weiter zu optimieren. Auch aus den Pilotkommunen kamen viele wertvolle Vorschläge, die wir laufend umgesetzt haben, sagt LEW-Projektleiter Christian Mayr.
Darüber hinaus arbeitet LEW bereits an der Anbindung weiterer Sensoren, beispielsweise eines Grundwasserpegel-Sensors. Dieser könnte ebenfalls bei Kommunen oder an Wasserkraftwerken zum Einsatz kommen. (sg)
