Ob Haushalte etwa in private Ladestationen für Elektrofahrzeuge investieren, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die Corona-Krise bereitet nun einigen Haushalten Sorgen.

Ob Haushalte etwa in private Ladestationen für Elektrofahrzeuge investieren, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die Corona-Krise bereitet nun einigen Haushalten Sorgen.

Bild: © Herr Loeffler/stock.adobe.com

Nach der Neuregelung des § 14a EnWG seit dem 1. Januar 2024 sind die deutschen Verteilnetzbetreiber verpflichtet, steuerbare Verbrauchseinrichtungen unmittelbar anzuschließen, haben aber auch die Möglichkeit, sie im Bedarfsfall netzdienlich zu steuern.

Die Umsetzung dieser Regelung stellt Netzbetreiber bislang vor erhebliche Herausforderungen, sagt das Unternehmen Envelio. Das Spin-off der RWTH Aachen hat dafür bereits zum Inkrafttreten des Gesetzes eine Lösung entwickelt. Nun sei die Messtechnikhersteller-unabhängige Komplettlösung für die netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG für die breite Marktimplementierung einsatzbereit, heißt es in der Pressemitteilung dazu.

All-in-One-Software für technische Prozesskette nach § 14 a

Bisher konnten Netzbetreiber mit Envelios Intelligent Grid Platform (IGP) bereits Netzengpässe über die integrierte Anwendung „Online Monitoring" auf Grundlage einer automatisierten Netzzustandsermittlung erkennen. Um die netzdienliche Steuerung von Verbrauchseinheiten wie Wärmepumpen oder Ladesäulen zu ermöglichen, erweitert das Kölner Unternehmen die IGP nun um die Anwendung „Engpassmanagement“.

Damit sei die IGP eine All-in-One-Software, die die gesamte technische Prozesskette nach § 14a für Netzbetreiber auf Basis der Festlegung der Bundesnetzagentur vom 27.11.2023 abdeckt. Netzbetreiber haben laut Envelio damit die Möglichkeit, ihre Netze zügig auf eine netzorientierte Steuerung vorzubereiten.

Nutzung des digitalen Zwillings: Neue Anwendung erweitert IGP

Mit der Einführung der Engpassmanagement-App erweitert Envelio die Möglichkeiten zur Automatisierung der Netzbetriebsführung. In Kombination mit dem „Online Monitoring“ stellen die beiden IGP-Applikationen ein entscheidendes Instrument zur Umsetzung des § 14a dar.

Neben Anwendungen zur automatisierten Netzbetriebsführung umfasst die IGP auch Anwendungen zur Digitalisierung und Automatisierung von Netzanschlüssen und der Netzplanung. Für Bestandskunden stehe die Anwendung schon bereit, da der bereits in der IGP etablierte digitale Zwilling auch für die neue Engpassmanagement-App genutzt werde.

So funktioniert die Lösung:

Die beiden Anwendungen sind demnach nativ miteinander verbunden: „Online Monitoring“ identifiziert Netzüberlastungen und leitet die Daten automatisch an die Anwendung „Engpassmanagement“ weiter. Das Engpassmanagement berechnet daraufhin den netzwirksamen Leistungsbezug von Verbrauchseinrichtungen und reduziert diesen im notwendigen und gesetzlich vorgesehenen Rahmen („Dimmen“).

Die diskriminierungsfreien Steuerungsmaßnahmen werden dann automatisiert über die standardisierte Schnittstelle an den zuständigen Messstellenbetreiber zur Steuerung der Verbrauchseinrichtung übermittelt. Als erste Messtechnikhersteller-unabhängige Lösung erlaubt die Engpassmanagement-App von Envelio, Schnittstellen zu jedem beliebigen Messstellenbetreiber einzurichten.

Die gesetzeskonforme App decke darüber hinaus auch die Dokumentationspflicht des § 14a EnWG gemäß den aktuell bereits getroffenen Definitionen ab. Dabei werden alle Steuerungsmaßnahmen protokolliert und können exportiert werden. (sg)

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