Die Arbeitsgruppe des Bundesverbands der Energiemarktdienstleister (BEMD) ist nach eigenen Angaben erstaunt, dass Conenergy an dem Veranstaltungsdatum im Februar (8.-10.2.) festhält. Dies überrasche umso mehr, da bereits mehrere größere Konzernen, wie EnBW, SAP und weiteren, Bedenken ausdrückten und um eine Verschiebung der E-World, etwa auf Mai, baten, so der Verband. Dies decke sich laut mit dem Tenor im Aussteller-Call der Conenergy am 3. Dezember. Auch hier hätten eine Vielzahl der Aussteller ausdrücklich um eine Verschiebung der E-World gebeten.
Hinweis der Redaktion: Veranstalter der E-World ist allerdings die E-World GmbH, die zu 50 Prozent der Messe Essen und zu 50 Prozent Conenergy gehört.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sehen die geplante E-World im Februar mit großer Sorge; sie erwarten einen geringen Besucherzuspruch, der sich aus den aktuellen Reisebeschränkungen und restriktiven Home-Office-Regelungen gerade von Stadtwerken und Energiedienstleistern ergibt. Mehrere Konzerne haben bereits angekündigt, dass sie aufgrund von Reise- und Veranstaltungsbeschränkungen wohl nicht zur E-World, weder als Aussteller noch als Besucher, anreisen können. Aber auch generell sei eine Messe in der aktuellen pandemischen Lage für viele nicht durchführbar oder vertretbar, heißt es weiter.
Die Arbeitsgruppe, ein Großteil der Mitglieder und Innovationspartner des BEMD sowie darüber hinaus weitere Unternehmen sprechen sich daher geschlossen für eine Verlegung der E-World aus, zum Beispiel in den Mai – gegebenenfalls auch in den Folgejahren). Für alle Beteiligten müsse man hier auch eine finanziell tragbare Lösung finden.
Stimmen, die sich gegen die Veranstaltung Anfang Februar aussprechen
„Die E-World, als Leitmesse, ist aus unserer Sicht für die Branche unverzichtbar und stellt für unsere Mitglieder und Innovationspartner eine wichtige Plattform dar. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, die Messe zu verschieben und damit Verantwortung für Gäste und Aussteller zu übernehmen“, erklärte etwa Dietmar Sperfeld, Vorstandsvorsitzender des BEMD und Geschäftsführer der Soluvia Energy Services GmbH
„Wir würden eine Verschiebung in den Frühsommer sehr befürworten, da uns die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden sehr wichtig ist“, erklärte Clemens Fricke, VP Sales Manager Utilities der SAP SE
Martina Nawrocki, Bereichsleiterin Marketing der Schleupen SE, erklärte, dass man eine Durchführung der E-World im Februar mit Blick auf die pandemische Situation weder den Besuchern und Mitarbeitenden gegenüber vertretbar, noch aufgrund der zu erwartenden geringen Besucherzahl für wirtschaftlich und erfolgreich durchführbar halten.
Wilken: Nicht nachvollziehbar
Steve Hopf, Letier Marketing & Kommunikation von Wilken erklärte, dass man eine Durchführung der E-World zum geplanten Zeitpunkt in keinster Weise nachvollziehbar finde. Und weiter: "Auch wir waren bis in den November hinein fest davon überzeugt, im Februar wieder als Ausssteller auf der E-World vertreten zu sein. Die letzten Wochen haben uns aber klar aufgezeigt, wie schnell sich die Lage ändern kann – dieser Zustand wird sich bis Februar leider nicht ändern. Ein Festhalten am Februartermin ist aus vielerlei Hinsicht nicht zielführend. Der Veranstalter hat hier einen Weg eingeschlagen, der in der Branche einzigartig ist, andere Messen haben hier schon viel früher verantwortungsvoll gehandelt indem Messen verlegt worden sind – unabhängig vom bestehenden Hygienekonzept."
„Im Sinne aller Beteiligten und für den nachhaltigen Erfolg dieses wichtigen Branchentreffpunkts wäre es ein starkes, zielführendes Signal vom Veranstalter, den Termin zu verschieben!“, verdeutlichte auch Timo Dell, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BEMD und Mitglied im Managementboard bei rku.it GmbH.
Statement E-World GmbH
Stefanie Hamm, Geschäftsführerin der E-World GmbH erklärte der ZfK gegenüber, dass die E-world energy & water GmbH und ihre Gesellschafter in der letzten Woche beschlossen haben, am Termin im Februar 2022 festzuhalten. "Gleichwohl verfolgen wir die Entwicklung der Pandemie und die daraus resultierenden behördlichen Beschlüsse selbstverständlich laufend", so Hamm. (sg)
Arbeitsgruppe E-World
BEMD-Hintergrund
Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe und Vertretern der oben beschriebenen Position gehören folgende Unternehmen: BTC AG, co.met GmbH, Cortility GmbH, cronos Unternehmensberatung GmbH, DMS GmbH, EnBW AG, enet GmbH, enmore consulting ag, EVE Consulting und Beteiligungsgesellschaft mbH, evu zählwerk Abrechnungs- und Servicegesellschaft mbH, Fichtner IT Consulting GmbH, items GmbH, GET AG, GISA GmbH, Natuvion GmbH, phi-Consulting GmbH, prego services GmbH, regio iT gesellschaft für informationstechnologie mbH, rku.it GmbH, SAP SE, Schleupen SE, SIV AG, Soluvia Energy Services GmbH, Sprungwerk GmbH, Verband der Vereine Creditreform e.V., Voltaris GmbH, Wilken GmbH.
