Mit dem gemeinsamen Metering-as-a-Service-Angebot (MaaS) von HED und Neugemacht sollen Stadtwerke und Messstellenbetreiber bestehende IT- und GWA-Strukturen weiter nutzen können. Die Bereitstellung von Assets durch HED wird mit der IT-Plattform für den Messstellenbetrieb von Neugemacht und operativen Leistungen gebündelt.
Das Angebot richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Stadtwerke. Eigene Mitarbeiter sowie Installations- und Servicepartner können Teil des Betriebsmodells bleiben, auch eine White-Label-Umsetzung ist vorgesehen.
Die Rollen sind klar verteilt: Neugemacht bringt seine IT-Plattform für den Messstellenbetrieb ein, die bestehende Systeme und Prozesse verbindet und unter anderem Marktkommunikation, Steuerprozesse und das Installationsmanagement abbildet. HED ergänzt Finanzierung, Beschaffung und Bereitstellung der Assets sowie Rolloutkompetenz und operative Umsetzung
Assets bleiben im Eigentum von HED
Im Mietmodell hält HED das Eigentum an den eingesetzten Assets. Das Angebot umfasst Smart Meter Gateways und Zähler einschließlich Kommunikationslösungen sowie Steuerboxen, Home-Energy-Management-Systeme (HEMS), Batteriespeicher, Photovoltaikanlagen und Ladeinfrastruktur.
Für Hardware einschließlich Installation, Service und Firmware-Support fällt ein monatlich planbares Entgelt an. Operative Leistungen im Messstellenbetrieb werden zusätzlich pro Messstelle abgerechnet. Weitere Leistungen können je nach Produkt und Versorgermodell hinzugebucht werden.
Für die Assets bietet HED nach eigenen Angaben Laufzeiten von acht bis zwölf Jahren an, bei Bedarf auch länger. Die Leistungen von Neugemacht haben eine Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr.
HED übernimmt Teile des Restwertrisikos
HED gewährleistet nach eigenen Angaben die technische Funktionstüchtigkeit der Hardware über die gesamte Mietdauer, einschließlich eichrechtlicher Prüfungen. Zudem bietet das Unternehmen Vertragsmodelle an, bei denen es Restwertrisiken infolge von Kundenwechseln oder regulatorischen Änderungen übernimmt.
Für Messstellenbetreiber sollen damit Investitionsbedarf und Kapitalbindung sinken. Zugleich kann sich das Risiko verringern, auf Restwerten von Technik sitzenzubleiben, die unter veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr wie vorgesehen eingesetzt werden können.
IT-Plattform soll zusätzliche Anwendungen erschließen
Über den klassischen Messstellenbetrieb hinaus unterstützt die IT-Plattform von Neugemacht Anwendungen wie CLS- und §-14a-Steuerung, dynamische Tarife, Mieterstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und Energy Sharing.
Das Angebot reicht damit über die reine Messinfrastruktur hinaus. Auch Batteriespeicher, Photovoltaikanlagen oder Ladeinfrastruktur können in das Mietmodell einbezogen werden.
"Kooperation muss Skalierung vereinfachen – nicht neue Komplexität schaffen. Die Herausforderung besteht nicht darin, einfach mehr Hardware einzubauen. Entscheidend ist, Rollout, Assets, Regulierung und operative Prozesse zusammenzudenken", so Emil Bruusgaard, Geschäftsführer von Horizon Energy Deutschland.
Aurelius Wosylus von Neugemacht betont, die IT-Plattform sei marktrollenneutral ausgelegt. Stadtwerke könnten vorhandene Systeme, Partner und eigene Ressourcen weiter nutzen und zugleich neue Prozesse und Anwendungen integrieren.
Mehr als 500 Millionen Euro bis 2030
HED plant nach eigenen Angaben, bis einschließlich 2030 mehr als 500 Millionen Euro in Smart Metering und weitere Technologien zur Dekarbonisierung der Energieversorgung in Deutschland zu investieren. Wie groß der Anteil für Smart Metering ausfallen soll, beziffert das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nicht.
Aktuell sind die Unternehmen nach eigenen Angaben mit einigen Interessenten im Austausch. Im Fokus stehen unter anderem Partner für Pilotprojekte im Steuerungsrollout. HED kann dabei je nach Ausgestaltung auch als Generalunternehmer auftreten. Konkrete Kunden oder Projekte nennen die Partner derzeit nicht.