Smartoptimo hat für Regionetz die Gateway-Administration im laufenden Betrieb mit bereits verbauten intelligenten Messsystemen übernommen. Ein Migrationsprojekt mit einigen Herausforderungen.
Wider Erwarten lief die Migration zügiger als gedacht: Schon einen Monat vor dem gesetzten Termin war die Überführung der 3000 Smart-Meter-Gateways erfolgreich abgeschlossen.
Lösungsorientierter Ansatz
Gestartet war man Ende Juli 2024 mit einem Projekt-Kick-Off, erinnert sich Edgar Herrscher, Senior Projektmanager bei Smartoptimo. Geholfen habe von Anfang an das hohe Tempo und die starke Motivation im Projektteam. Denn schon Ende August war man betriebsbereit und die Systemzusammenführung war abgeschlossen. "Wir begannen zügig mit der Migration der Smart-Meter-Gateways und schlossen sie bereits Ende November 2024 erfolgreich ab."
Sebastian Neuhaus, Auftraggeber und Programmverantwortlicher Smart Metering bei Regionetz lobte die lösungsorientierte Arbeitsweise aller Beteiligten. "Statt Probleme lang zu diskutieren, haben wir direkt nach Lösungen gesucht.“
Herausforderung: APN-Wechsel
Essenziell sei bei dem Projekt die Planung und Risikoabschätzung gewesen. "Besonders kritisch war für uns das Worst-Case-Szenario des Access-Point-Name(APN)-Wechsels", erinnert sich Herrscher. Der APN ist quasi der Knotenpunkt für alle Smart-Meter-Gateways. "Du musst den vielen Smart-Meter-Gateways sagen: Vergiss den alten Kommunikationspunkt und verbinde dich mit dem neuen", so Herrscher. Dazu mussten fünf IT-Dienstleister im Hintergrund den Wechsel unterstützen. Teilweise habe es ein Fallback-Szenario auf den alten Kommunikationspunkt gegeben, was die Umstellung umso anspruchsvoller machte.
Neuhaus nennt eine weitere Herausforderung: Die Verbindung der einzelnen Gateways: "Technisch gesehen war das in vielen Bereichen Neuland für uns." Proiftiert habe man dabei von der Erfahrung von Smartoptimo, die in ihrer eigenen GWA-Migration von 60 Stadtwerken bereits viel Know-how gesammelt hatten. "Allerdings mussten wir 2023 nur den Gateway-Administrator wechseln und nicht den APN", so Herrscher.
Migration der Telekommunikation
Kritisch sei auch die Telekommunikations-Migration gewesen, die sich aufgrund der mangelnden Erfahrungswerte als besonders anspruchsvoll erwiesen habe. "Es bedarf extremer Abstimmung zwischen allen Parteien, auch mit den bisherigen GWA-Anbietern der Regionetz und den Schnittstellen zur Abrechnungssoftware. Die VPN-Anbindung war sehr komplex. Wir mussten technisch sehr gut abstimmen, wer was macht", verdeutlicht Herrscher.
Und auch logistisch kam einiges auf die beiden Partner zu: 800 Gateways befanden sich zu dem Zeitpunkt der Telekommunikations-Migration noch im Lager. "Jedes einzelne Gerät musste in Betrieb genommen, migriert und wieder eingelagert werden", sagt Neuhaus. Hier sei die sehr gute Vorbereitung von Vorteil gewesen, die geholfen habe, die personellen und technischen Hürden zu meistern und große Stückzahlen pro Charge zu schaffen.
Zusätzlicher Druck durch Deadline und laufenden Betrieb
Nicht zu vergessen: Das ganze geschah im laufenden Betrieb – ein Parallelbetrieb der GWA-Systeme ist nicht möglich. Hier war eine konsequente Umsetzung angesagt. Auch die klare vertragliche Deadline sorgte für zusätzlichen Antrieb.
Beide Partner freuen sich, dass das Projekt nun erfolgreich umgesetzt wurde. "Für uns war es mehr als nur der eigentliche GWA-Wechsel. Wir wollen auch darüber hinaus eng mit Smartoptimo zusammenarbeiten", so Neuhaus von Regionetz. Als nächstes wolle man zusammen die Anbindung an das aktive EMT(externer Marktteilnehmer)-System von Smartoptimo angehen.



