Bild: © Eisenhans/AdobeStock

"Datensicherheit ist für uns als moderner Versorger das Wichtigste zusammen mit Kundennähe", sagt Vera Litzka, Leiterin der Stadtwerke Neustadt in Holstein. Ihr Unternehmen hat unlängst das Zertifizierungsaudit für ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) erfolgreich bestanden. Es ist gemäß der internationalen Norm ISO 27001, die das Ziel verfolgt, die Verfügbarkeit des Strom-, Erdgas-, und Glasfasernetzes gegenüber auch neuartigen Angriffen auf die Informationen und Netzsteuerungssysteme von kritischen Infrastrukturen zu schützen.

Dazu gehören neben technischen Maßnahmen wie Zutritts- und Zugriffsschutz zahlreiche organisatorische Veränderungen, die den alltäglichen Umgang mit Informationen und IT-Systemen verbessern sollen: In einem kontinuierlichen Programm werden alle Geschäftsprozesse, die Auswirkungen auf die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Konsistenz von Informationen haben, durchgängig geplant, gesteuert und überwacht.

Mitarbeitern die Bedeutung von Informationssicherheit deutlich machen

"Bedrohungen der Informationssicherheit nehmen in mehreren Dimensionen, etwa Sabotage, Betrug, Diebstahl, weiter zu", erläutert Litzka. Da die Abhängigkeit von IKT-Systemen wachse, würden auch die Risiken für die Versorgungssicherheit, denen die SWNH bestmöglich entgegenwirken wollen, steigen.

Größte Herausforderung bei der Einführung des ISMS sei gewesen, das Bewusstsein bei allen Mitarbeitern zu schärfen, dass die Bedeutung von Informationen erheblich gewachsen sei und diese in allen Arbeitsprozessen auch entsprechend geschützt werden müsse, erinnert sich Litzka. Zudem kam zur gleichen Zeit der komplette Neubau der Stadtwerke Neustadt hinzu, der geplant, vorbereitet und begleitet werden musste.

Management muss hinter dem Projekt stehen

Bei der Umsetzung des ISMS griffen die SWNH auf das Sicherheitsberatungs- und Produktunternehmen Procilon aus Leipzig zurück. Ausschlaggebend für deren Wahl sei die vorhandene Projektexpertise des Beraters im Energiemarkt gewesen. Die Unterstützung des Dienstleisters habe sich auf die Ergänzung der Geschäftsprozesse um die Anforderungen nach ISO 27001 für die Informationssicherheit konzentriert. Zahlreiche interne Verfahren und Vorgaben wurden entsprechend überarbeitet und ergänzt. Zum Abschluss der Einführung wurden die Messung, Auswertung und interne Auditierung sowie der Zertifizierungsprozess von den Beratern maßgeblich begleitet.

Vor allem das Management sei ausschlaggebend für den Erfolg: "Ein ISMS-Einführungsprojekt lebt von dem Willen und der Unterstützung des Managements zur Umsetzung der Ziele der Informationssicherheit", schlussfolgert Litzka. Damit gehe auch die Etablierung eines Management-Lebenszyklus mit den Stufen: Zieldefinition – Umsetzung – Verbesserung einher. Somit erhöhe sich wiederum die Agilität und Flexibilität aller weiteren Geschäftsprozesse des Unternehmens. (sg)













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