Von Jürgen Walk
Was passiert, wenn die alte Gasheizung absehbar ihren Geist aufgibt? Kann ich mich dann an die Fernwärme anschließen? Wer in Bielefeld wohnt, muss für diese Frage nicht lange recherchieren und herumfragen. Ein Blick ins Internet genügt.
Mit einer interaktiven Fernwärme-Ausbaukarte können die Bielefelder jetzt schnell prüfen, ob es möglich ist, ihre Wohnung oder ihr Unternehmen ans Fernwärmenetz anzuschließen. Und nicht nur das: Sie sehen auch, ob künftig ein Ausbau des Wärmenetzes bis zu ihrem Gebäude möglich ist.
Wer Fernwärme will, kann es in der Karte eintragen
Kategorien in Farben
Straße für Straße, Haus für Haus ist in farbige Kategorien eingeteilt: Sind die Häuser grau markiert, ist Fernwärme bereits verlegt – aber noch nicht jedes Gebäude angeschlossen. Liegt das Haus im grünen Gebiet, ist ein Ausbau des Fernwärmenetzes geplant. Im gelben Gebiet dagegen wird es auf absehbare Zeit keinen Anschluss geben. Bei einem blauen Gebiet wird noch untersucht, ob künftig ein Anschluss für Wohngebäude möglich ist. Ist die Farbe pink, wird geprüft, ob ein Fernwärmeausbau für Gewerbe und Industrie möglich ist.
Damit wird auf einen Blick deutlich, in welchen Gebieten eine Versorgung mit Fernwärme realistisch ist und wo eher dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen in Betracht kommen.
Doch auch damit hat sich die Funktionalität der Karte nicht erschöpft. Denn die Bielefelderinnen und Bielefelder haben außerdem die Möglichkeit, direkt in der Karte ihr Interesse an einem Fernwärmeanschluss zu hinterlegen. Damit gehen die Bürger keinen Vertrag oder keine Verpflichtung ein. Eine Meldung liefert den Stadtwerken aber wichtige Hinweise für die weitere Planung der Fernwärme: Der Versorger kann damit beispielsweise erfahren, ob in einem Gebäude ein Heizungstausch bevorsteht und wie hoch das Interesse in den unterschiedlichen Gebieten ist. Katharina Wecken jedenfalls, Projektleiterin Wärmeplanung bei den Stadtwerken Bielefeld, verspricht, die Wünsche beim geplanten Ausbau des Wärmenetzes bestmöglich zu berücksichtigen.
Die interaktive Karte ist Teil des Prozesses zur Erstellung der kommunalen Wärmeplanung. Die hat der Rat der Stadt Bielefeld vor wenigen Wochen beschlossen. Ziel ist, bis spätestens 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen.



