Auch ohne russisches Pipelinegas hält der Verband der europäischen Fernleitungsnetzbetreiber Entsog einen durchschnittlichen EU-Gasspeicherfüllstand von 90 Prozent bis Ende September für möglich. Belgien, Spanien, Frankreich, Portugal und Großbritannien könnten dann sogar Füllstände von bis zu 100 Prozent erreichen, heißt es im frisch vorgelegten Bericht.
Zusätzliche LNG-Importe könnten die Speicher in Europa noch voller machen. Dies gilt insbesondere für Länder mit eigener Flüssigerdgasinfrastruktur, während sich dadurch die Lage für Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Serbien wegen bestehender Infrastrukturengpässe nicht verbessern würde.
Wenig oder gar kein russisches Gas
Mit einem Füllstand von durchschnittlich 90 Prozent zu Beginn der Heizperiode würden die Ausspeicherkapazitäten laut Entsog genügen, um im Zusammenspiel mit fortdauernden Importen die Nachfrage zu decken und zum Ende des Winters noch zu 30 Prozent voll zu sein. Voraussetzung dafür wäre, dass weiterhin russisches Gas über die Pipelinerouten der Ukraine und Turkstream zur Verfügung stünde.
Sollte gar kein russisches Gas mehr nach Europa fließen, könnten die Gasspeicher bei einem normalen Winter Ende März im Durchschnitt nur noch zu elf Prozent voll sein. Damit könnte das 90-Prozent-Ziel bis Ende September 2024 in Gefahr sein. Sollte der Winter besonders kalt ausfallen, könnten die Speicher sogar nur noch zu zwei Prozent gefüllt sein.
Nachfragereduktion von 15 Prozent
Das 30-Prozent-Ziel würde erreicht, wenn die Gasnachfrage bei einem normalen Winter um 15 Prozent sinkt und zusätzliche LNG-Importe nach Europa kommen. Bei einem besonders kalten Winter sowie einer Nachfragereduktion von 15 Prozent würden die Gasspeicher Ende März demnach noch zu 14 Prozent gefüllt sein.
Zuletzt waren die EU-Gasspeicher laut Transparenzplattform AGSI im Durchschnitt zu 56 Prozent gefüllt. Der durchschnittliche Füllstand in Deutschland betrug 64 Prozent.
Die vollständige Entsog-Studie finden Sie hier.



