Biogasanlagen können flexibel gefahren werden und dienen somit als ausgleichender Energieträger im System zur fluktuierenden Wind- und Sonnenenergie.

Biogasanlagen können flexibel gefahren werden und dienen somit als ausgleichender Energieträger im System zur fluktuierenden Wind- und Sonnenenergie.

Bild: © Wilhelmine Wulff/pixelio.de

Wie lassen sich Bioenergieanlagen wirtschaftlich betreiben, wenn diese schrittweise aus der EEG-Förderung fallen?Mit dieser Frage beschäftigen sich zwei vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanzierte Forschungsvorhaben: Die Projekte “Bioenergie – Potenziale, Langfristperspektiven und Strategien für Anlagen zur Stromerzeugung nach 2020“ und "Next Generation Biogasanlagen" sind der Frage nachgegangen, welche Anschlussperspektiven für Bioenergie­anlagen bestehen.

Die Forscher aus beiden Projekten kamen zu dem Ergebnis, dass Faktoren wie der Einsatzstoffpreis für Brennstoffe und Substrate, der CO2-Preis und die allgemeine Preisentwicklung einerseits sowie die Erlösmöglichkeiten für die unterschiedlichen Leistungen von Bioenergieanlagen andererseits darüber entscheiden, ob sich eine Bioenergieanlage auf lange Sicht rentabel betreiben lässt.

Versorgungssicherheit gewährleisten

Grundsätzlich seien die Chancen für Bioenergieanlagen im Strom- und Wärmesektor gut. Schließlich seien diese geeignet, vor dem Hintergrund wachsender Anteile aus Wind- oder Solarstrom Versorgungssicherheit zu schaffen.

Auch wenn Anlagen derzeit nicht rentabel sein sollten, sei es sinnvoll, hier "Übergangsperspektiven" zu eröffnen. Geht es nach den Forschern sollte gezielt auf Betriebskonzepte geschaut werden, die eine hohe technisch-ökonomische Gesamteffizienz aufweisen.

Strom bedarfsgerecht bereitstellen

"Vor allem flexible Biogasanlagen erfüllen zukünftig zunehmende Funktionen zur Aussteuerung von Unregelmäßigkeiten bei der regenerativen Energieerzeugung. Die bedarfsgerechte Strombereitstellung steht hier ganz vorne", betont Ludger Eltrop vom IER der Universität Stuttgart und Projektleiter von "Next Generation Biogasanlagen".

Besorgt zeigt sich Martin Dotzauer vom DBFZ. Viele Anlagen könnten vermutlich unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen in der Post-EEG-Phase nicht erfolgreich am Markt bestehen. "Das ist umso kritischer, da die Anlagen nach dem Atom- und Kohleausstieg insbesondere ab Mitte der 2030er Jahre gebraucht werden, wenn die Energiewende auf die Zielgerade einbiegt." (amo)

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