Der Markt für Biomethan in Deutschland wächst. Darauf deuten Einspeisedaten der Deutschen Energieagentur (Dena) aus dem Jahr 2025 hin. Demnach stieg die Einspeisung von Biomethan im vergangenen Jahr auf rund 12,3 Terawattstunden – ein Plus von zwölf Prozent gegenüber 2024. Die Auslastung lag bei 84 Prozent und damit drei Prozent höher als im Vorjahr.
Für dieses Wachstum sorgte nach Einschätzung der Dena vor allem die Erwartung, dass der Wärmesektor mehr Biomethan nachfragen wird. Aufgrund der Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes ab 2024 gab es mehrere hundert Begehren für den Zugang zum Gasnetz. Erste neue Anlagen haben den Betrieb inzwischen aufgenommen und erhöhen die Biomethan-Einspeisung.
Der Ausbau dürfte sich fortsetzen. Laut Marktstammdatenregister befinden sich neun weitere Biomethananlagen in Planung. Bei voller Auslastung könnten diese Anlagen zusätzlich rund 500 Gigawattstunden einspeisen.
Neues Heizungsgesetz: Steigender Bedarf an Biomethan
Vor dem Hintergrund des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes ist ein schneller Hochlauf von Biomethankapazitäten geboten. Das Gesetz sieht eine sogenannte Biotreppe vor, mit der stufenweise der Anteil von beigemischten Biogasen in Heizanlagen ab 2029 angehoben werden soll.
Christoph Spurk, Vizepräsident des Fachverbandes Biogas und Geschäftsführer des Anlagenbauers Ökobit, erklärte gegenüber der ZFK, dass nicht alle Bestandsanlagen auf Volllast laufen. Aber: "Würden sie auf maximale Auslastung gehen, ließe sich die Produktion kurzfristig auf 14,5 Terawattstunden pro Jahr erhöhen." Allein damit wäre ausreichend Biomethan verfügbar, um die erste Stufe der geplanten Biotreppe zu erfüllen.
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Wie groß das Biomethanpotenzial in Deutschland tatsächlich ist, ist allerdings umstritten. Der Fachverband Biogas geht davon aus, dass sich zusätzlich insgesamt 150 Terawattstunden erzeugen ließen, wenn alle Potenziale voll ausgeschöpft würden.
Das Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme (IZES) zeigt sich zurückhaltender: "Die Vorstellung, man könne künftig flächendeckend Gasheizungen im Gebäudebestand mit Biogas oder Biomethan betreiben, geben die Mengen schlicht nicht her", sagte IZES-Bereichsleiter Bernhard Wern der ZFK.
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Länderübergreifende Gasnetze für europäischen Biomethanmarkt
Klar ist aber: Auch europaweit wächst der Sektor. Nach Angaben von Gas Infrastructure Europe und der European Biogas Association stieg die Produktionskapazität von Biomethan bis Ende des zweiten Quartals 2026 um 15 Prozent verglichen mit 2025. Die Zahl der Biomethananlagen stieg von 1678 auf 1974.
Unterstützt wird dieser Zuwachs durch die vorhandene Infrastruktur: Rund 86 Prozent der Biomethananlagen in Europa sind bereits an das Gasnetz angeschlossen. Allerdings konzentriert sich die Produktion in ländlichen Gebieten, der Verbrauch ist aber in Städten und Industriegebieten am höchsten. Die beiden europäischen Gasverbände plädieren daher dafür, die Gasnetze auch über Ländergrenzen hinweg auszubauen, damit Biomethan in ganz Europa dahin gelangen kann, wo es gebraucht wird.