Die Talfahrt an den Gas-Spotmärkten ist am Montag weitergegangen. Am Nachmittag lag der Preis für das Day-Ahead-Produkt TTF an der Energiebörse EEX zwischendurch bei gerade noch 56 Euro pro MWh. Am Freitag hatte der Kurs bei zehn Euro mehr geschlossen. Vor gut einem Monat kostete das Produkt noch das Vierfache.
Preisdämpfend dürften weiterhin warme Temperaturen sowie die hohen Gasspeicherfüllstände wirken. Die deutschen Gasspeicher waren zuletzt zu 96 Prozent voll, wie Daten des Branchendiensts AGSI zeigen. Am Samstag wurde mit 15 GWh extrem wenig ausgelagert. Zugleich sind die marktwirtschaftlichen Bedingungen so glänzend, dass sich das Einspeichern vollauf rentiert.
Entspannung am Strommarkt
Denn die Preise an den Terminmärkten sind weiterhin deutlich höher, wenngleich auch sie in den vergangenen Wochen stark gesunken sind. So wurde der Frontmonat (Liefermonat November) für 131 Euro pro MWh gehandelt. Für Februar 2023 ließen sich sogar 161 Euro pro MWh erlösen.
Die fallenden Gaspreise entschärften auch die Lage am Strommarkt. Der Day-Ahead lag am Montag bei 183 Euro pro MWh. Das Frontjahrprodukt Cal-23 notierte bei 408 Euro pro MWh – ein Zehnwochentief, wie der Branchendienst Montel meldete.
Streiks in Frankreich
Dabei musste der Strommarkt in den vergangenen Tagen erneut schlechte Nachrichten aus Frankreich verdauen. Denn infolge von Streiks haben in dortigen Kernkraftwerken Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt.
Das dürfte nach Gewerkschaftsangaben dazu führen, dass acht Kernkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 7,2 GW später in den Betrieb zurückkehren dürften als bislang geplant. (aba)
