In vielen Heizungskellern ginge es effizienter: Die Brancheninitiative Zukunft Erdgas wirbt für neueste Technologie – sicher auch im Eigeninteresse, vor allem aber im Interesse der Verbraucher und der Umwelt.

In vielen Heizungskellern ginge es effizienter: Die Brancheninitiative Zukunft Erdgas wirbt für neueste Technologie – sicher auch im Eigeninteresse, vor allem aber im Interesse der Verbraucher und der Umwelt.

Bild: © Günter Havlena/pixelio.de

Der Verband Deutscher Energiehändler (Efet) macht sich für eine Reform des Gasbilanzierungssystems stark. "GABi Gas", also das Grundmodell der Ausgleichsleistungs- und Bilanzierungsregeln im Gassektor, habe zwar mit zu einer insgesamt sehr positiven Entwicklung des deutschen Gasmarktes beigetragen. Das System habe aber auch Nebeneffekte, die aus Sicht von Efet unerwünscht sind.

Konkret kritisieren die Energiehändler, den fehlenden untertägigen Markt sowie den hierzulande sehr hohen Regelenergiebedarf. Die Marktgebietsverantwortlichen (MGV) seien zu dominierenden Akteuren geworden – unter anderem, weil bei vielen Netzbetreibern die Abweichungen zwischen der für die Mengenprognose/Bilanzierung verwendeten untertägigen Daten und der finalen Allokation unakzeptabel hoch seien. Das führe dazu, dass die Bilanzkreisverantwortlichen untertägige Veränderungen nicht ausreichend berücksichtigen können. Die MGV müssten diese dann in Form von Regelenergie ausgleichen.

Anreize für den untertägigen Markt

In einem vierseitigen Papier fordert der Efet gezielte Anreize des untertägigen Marktes. Dies könne durch eine größere Eigenverantwortlichkeit der Bilanzkreisverantwortlichen geschehen, heißt es dort. Zudem empfehlen die Energiehändler, die Rolle der MGV auf die Residualbeschaffung zurechtzustutzen.

Wünschenswert sei ein Modell wie in den Niederlanden oder Belgien. Dieses zeichnet sich laut Efet unter anderem durch die Bereitstellung von Informationen in "Near Real Time" aus. Da hierzulande von einer wirklichen Digitalisierung im Gasbereich keine Rede sein könne, sei ein solches Modell in Deutschland aktuell nicht umsetzbar.

Netzbetreiber müssen bessere Daten liefern

Zwingend nötig sei allerdings der "Schritt hin zur stündlichen Messwertübertragung für alle RLM-Zählpunkte zum Standardmessentgelt". Dieser müsse mit einer gleichzeitigen Verbesserung der Datenqualität durch die Netzbetreiber einhergehen. Beides gemeinsam würde dann zu genaueren Prognosen führen und den Regelenergiebedarf verringern, heißt es in dem Papier weiter. (amo)

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