Ausschnitt aus einem Youtube-Werbevideo von Tender365, dem im Juni 2018 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen von Gasversorgung Süddeutschland und Exxeta zum multilateralen Energiehandel.

Ausschnitt aus einem Youtube-Werbevideo von Tender365, dem im Juni 2018 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen von Gasversorgung Süddeutschland und Exxeta zum multilateralen Energiehandel.

Screenshot: ZfK © Tender365

Die Träger-GmbH für die künftige multilaterale Plattform "Tender365" ist am Freitag notariell besiegelt worden, der Eintrag ins Handelsregister ist beantragt. Das geht aus Unterlagen des Co-Gesellschafters Gasversorgung Süddeutschland (GVS) hervor, die der ZfK vorliegen. Dabei ist einer der von der EnBW-Konzerngesellschaft ersehnten künftigen Partner aus der Energiebranche selbst bereits namentlich genannt: die Eins Energie in Sachsen. Das ist insoweit bemerkenswert, da es sich um ein Unternehmen der Thüga-Gruppe handelt, deren Handelstochter Syneco mit der Start-up-Handelsplattform Enmacc kooperiert. 

Und die Eins ist offenbar nicht der einzige Fast-Gesellschafter der Tender365. Zum Zeitpunkt der Gründung hätten "weitere Energieunternehmen Interesse an einem Beitritt geäußert und die entsprechenden Beschlüsse gefasst", heißt es in den Unterlagen. Der zweite Gesellschafter ist die in der Energiewirtschaft kompetente IT-Schmiede Exxeta. Ihr Vorstand Peter Heine ist der eine Tender365-Geschäftsführer, Helmut Kusterer, Vertriebsleiter Dienstleistungen bei der GVS, der zweite.

Losgröße: ein kW

"Tender365", ein außerbörslicher Marktplatz für Energieprodukte, soll bereits am 3. September starten, die Registrierung zuvor am 20. August. In der Startphase lassen sich Standardhandelsprodukte, Fahrpläne (Lastgänge) bis hin zu flexiblen Produkten mit unterschiedlichen Preismodellen handeln. Die Losgröße ist mit einem kW auch für kleine Bedarfe von Stadtwerken und gewerblichen Verbrauchern geeignet. Der Nachfrager schreibt seinen Bedarf aus (das englische "Tender" heißt übersetzt "Ausschreibung") oder der Anbieter sein Angebot. Die Nutzer wählen dabei zwischen dem klassischen Verfahren mit Angebots- und Bindefrist und einem agilen Bietverfahren, bei dem bei Auftauchen eines passenden Preises per Klick der Deal geschlossen werden kann.

Das vom Kartellamt freigegebene Konzept ist das einer volldigitalen Plattform unter Wettbewerbern mit einem paritätischen Beteiligungsmodell "aus der Branche für die Branche". Tender365 hat standardisierte Schnittstellen zu den hauseigenen Systemlandschaften der Versorger, wie zum Beispiel ETRM (Energy Trading and Risk Management-) oder Portfoliomanagement. Die Idee trifft bei großen Konkurrenten der GVS auf eine Mischung von Zustimmung aus betriebswirtschaftlichen Gründen und Beharrungskräften des alten Key-Account-Vertriebs oder die Meinung, ein Portal nur für eigene Mengen aufbauen zu müssen. (geo)







Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper