Energienetze Bayern hat im Verbund mit 32 weiteren Unternehmen des Gasfachs im Rahmen des Projektes „H2vorOrt“ einen Plan erarbeitet, wie die Erdgasinfrastruktur fit für klimaneutrale Gase und Wasserstoff gemacht werden kann. „Unser gemeinsames Anliegen ist es, ein konkretes Szenario aufzuzeigen, wie eine regionale und sichere Versorgung mit klimaneutralen Gasen bundesweit ausgestaltet werden kann“, lässt sich Michael Schneider, Geschäftsführer des Verteilnetzbetreibers in einer Mitteilung des Unternehmens zitieren.
Um bis zum Jahr 2050 das große Ziel „Klimaneutralität“ zu erreichen, sei es notwendig, den Anteil erneuerbarer Energien deutlich zu steigern und diese der Industrie, der Mobilität und dem Wärmemarkt unkompliziert zur Verfügung zu stellen. Klimaneutrale Gase und insbesondere Wasserstoff würden hierbei eine besondere Rolle spielen, betont Schneider – und damit auch die Erdgas-Verteilnetze, über die die Energie zu den Verbrauchern gelangt.
Schrittweises Vorgehen
Der Plan, mit dem die im Projekt „H2vorOrt“ zusammengeschlossenen Unternehmen das Erdgasnetz transformieren wollen, umfasst drei Schritte: die Schaffung eines überregionalen Erdgasnetzes als „Rückgrat“ der Versorgungsinfrastruktur, den Aufbau dezentraler Erzeugungsanlagen in Deutschland sowie die Einspeisung von Biomethan und klimaneutralem synthetischen Methan. Damit sollen die infrastrukturellen Grundlagen geschaffen werden, um in den nächsten Jahren eine ausreichende Verfügbarkeit von Wasserstoff und anderen erneuerbaren Gasen zu gewährleisten.
Die Energienetze Bayern haben sich laut der Mitteilung gemeinsam mit den ihren Projektpartnern vorgenommen, den Anteil erneuerbarer Gase im Netz in mehreren Schritten zu erhöhen – von zunächst 20 Prozent bis auf 100 Prozent im Jahr 2050. Bereits heute werden in das 9875 Kilometer lange Netz der Energienetze Bayern jährlich ca. 200 Mio. Kilowattstunden Biogas eigespeist.
Regulatorik anpassen
Um den Transformationsprozess der Gasverteilnetze weg von fossiler und hin zu CO2-neutraler Energie zügig voranzubringen, arbeiten die Projektpartner intensiv an der Überarbeitung der technischen Regeln und Normen sowie der Anpassung gesetzlicher Regelungen. Somit soll der schnelle Aufbau eines Marktes für den Energieträger Wasserstoff vorangebracht werden. (amo)
