Energiemarktexperten halten es für möglich, dass die Liefermengen von russischem Erdgas nach Deutschland allein schon wegen des neuen Quartals zum 1. April deutlich zurückgehen. «Sie können runtergehen, ohne dass das ein Zeichen sein muss, dass ein Lieferstopp vorliegt», sagte Fabian Huneke vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool der Deutschen Presse-Agentur.
Dies sei «nicht unüblich». In der Vergangenheit habe es zum Quartalswechsel häufig Änderungen bei den Liefermengen gegeben. Huneke hält es für möglich, dass die Mengen als Folge der bestehenden Flexibilität der Vertragsmengen um bis zu 35 Prozent zurückgehen.
BNetzA verweist auf stabile Lieferungen
Auch die Bundesnetzagentur verwies darauf, dass die Gasversorgung hierzulande stabil sei. Es seien keine Beeinträchtigungen der
Gaslieferungen nach Deutschland zu verzeichnen, geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Lagebericht hervor. So liefere die Pipeline Nord Stream 1 von Russland nach Deutschland auf einem hohem Niveau. Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher liege bei 26,8 Prozent, es seien leichte Einspeicherungen zu verzeichnen.
Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am Mittwoch die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen, die erste von drei Stufen. Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn veröffentlicht deswegen nun montags bis freitags einen aktuellen Lagebericht. Mit der Frühwarnstufe soll die Vorsorge für einen möglichen russischen Lieferstopp gestärkt werden. (dpa/amo/lm)
