„Die Studie macht deutlich, dass Gas, die Gasinfrastruktur und neue Technologien wie Power-to-Gas für eine erfolgreiche Energiewende unverzichtbar sind“, erklärte VNG-Vorstandsvorsitzender Ulf Heitmüller bei der Präsentation einer Metastudie zur Sektorenkopplung. Sie basiert auf der Auswertung von insgesamt zehn Untersuchungen unterschiedlicher Institute, die sich in den vergangenen Monaten ebenfalls mit Szenarien zur Erreichung der klimapolitischen Ziele beschäftigt haben. Die Analyse soll „einen wichtigen Beitrag leisten, um die komplexe wissenschaftliche Debatte transparenter zu machen und in der Praxis klare Schlussfolgerungen für die Energiewende ziehen zu können“, so Heitmüller.
Die betrachteten Studien zeigen mehrheitlich auf, dass es auch bei einer weitreichenden Dekarbonisierung bis 2050 einen relevanten Gasverbrauch von mehr als 600 TWh pro Jahr geben wird. Power-to-Gas wird eine Innovationsrolle zugesprochen, die eine Reduktion der CO2-Emissionen um mehr als 80 Prozent ermöglicht. Deshalb geht eine Mehrheit der Studien davon aus, dass schon in den 2020er-Jahren ein signifikanter Ausbau der Power-to-Gas-Infrastruktur notwendig sein wird.
Der Gasverbrauch nimmt langfristig ab
Doch trotz Power-to-Gas geht der Bedarf an Gasen im Mittel über alle Studien insgesamt zurück – und somit auch die Auslastung der Netze, wenn nicht andere Transportaufgaben, etwa der Transit von Gas in andere Länder, parallel zunehmen. Mit ansteigendem Dekarbonisierungsniveau ändert sich die Rolle des Gasnetzes. Es wird immer stärker von einem Mengen- zu einem Flexibilitätsträger.
Die Bedeutung von Power-to-Gas nimmt auch in anderen Sektoren zu – allerdings auf unterschiedlichem Niveau. Im Wärmesektor erreicht Power-to-Gas In der Spitze einen Anteil von ca. 50 Prozent des Gasbedarfs. Im Verkehrssektor klettert der Anteil aber selbst in Spitzenszenarien nicht weit über 30 Prozent. Hier dominieren strombasierte Technologien in den Endanwendungen.
Bei noch ambitionierteren Zielen wird es teuer und unklar
Schwieriger wird es, wenn die Ziele noch ambitionierter werden. Dann gibt es keinen Konsens über Technologien oder Strategien in den Szenarien, die von einer Senkung von Emissionen um mehr als 90 Prozent bis 2050 ausgehen. Ebenso uneinheitlich ist das Bild zu den notwendigen Maßnahmen und Anreizstrukturen. Vor dem Hintergrund wirbt die VNG für Technologie- und Innovationsoffenheit Insbesondere im direkten Vergleich mit reinen Elektrifizierungsszenarien seien technologieoffene Szenarien kostengünstiger.
Die „80+ Szenarien“ seien jedenfalls aus Kostensicht deutlich günstiger, vor allem durch die Weiternutzung von Erdgas statt synthetischer Gase. Diese Szenarien ließen sich aus heutiger Sicht zu vertretbar erscheinenden energiewirtschaftlichen Kosten ansteuern, heißt es in der Metastudie. (wa)

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