Die Unternehmen Bayerngas, bayernets, Bayernoil Raffineriegesellschaft, Energienetze Bayern, Gunvor Raffinerie Ingolstadt, Stadtwerke Ingolstadt Energie und Stadtwerke Ingolstadt Netze haben eine Absichtserklärung für den Aufbau eines Wasserstoffclusters unterzeichnet. Als potenzielle Nutzerin der Wasserstoffinfrastruktur hat Audi den Letter of Intent ebenfalls unterzeichnet. Unter dem Projektnamen „HyPipe Bavaria/H2-Cluster Ingolstadt“ plant das Konsortium den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur im Großraum Ingolstadt für die Versorgung der beteiligten Industriestandorte und der Region mit Wasserstoff.
Raffinerien wie BAYERNOIL und Gunvor sowie Automobilhersteller wie Audi können nachhaltigen Wasserstoff für die Dekarbonisierung ihrer Produktionsprozesse bereits in naher Zukunft einsetzen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Darüber hinaus seien auch weitere Anwendungen im Gewerbe, Transport sowie die Wärmeversorgung von Unternehmen und privaten Haushalten über die Netze der beteiligten Netzbetreiber denkbar. Der Wasserstoff könne über das zukünftige Wasserstofftransportnetz überregional bezogen, teilweise auch regional erzeugt und verteilt werden.
Gebündeltes Know-how
Die Netzbetreiber bayernets, Energienetze Bayern und SWI Netze seien wichtige Partner für die Anbindung an das zukünftige Wasserstofftransportnetz durch die Umstellung bestehender Gasleitungen auf Wasserstoff und den Aufbau eines regionalen Transportnetzes zur Verbindung der Erzeuger und Verbraucher. Außerdem müssten für den Bezug des Wasserstoffs Handels- und Vertriebsargumente berücksichtigt werden. Dieses Know-how, ergänzt durch ihre Lösungsansätze für eine dezentrale Wasserstofferzeugung in Bayern, sollen die Konsortialpartner Bayerngas und die SWI Energie einspeisen.
Die neue Wasserstoffinfrastruktur, so der Plan, kann nach Fertigstellung von allen interessierten Marktteilnehmern diskriminierungsfrei genutzt werden, so dass H2-Erzeugungsanlagen und H2-Verbraucher effizient miteinander verbunden werden. Damit wolle man die Voraussetzung für die rasche Anbindung bis spätestens 2030 an die nationale und europäische Wasserstofftransportinfrastruktur schaffen.
Klimaziele erreichen
Nach Einschätzung des Konsortiums wird die Wasserstoffinfrastruktur ein wesentlicher Baustein zum Erreichen einer klimaneutralen Energieversorgung in 2040 für den Industrie-, Verkehrs- und Gebäudesektor im Großraum Ingolstadt darstellen und den Aufbau europäischer und internationaler Lieferketten für klimaneutralen Wasserstoff ermöglichen. Das Projekt stützt die Wasserstoff-Roadmap Bayern, die das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im April 2022 vorgestellt hat. Diese formuliert die Notwendigkeit eines ambitionierten und konsequenten (Aus-)Baus von Wasserstoffinfrastrukturen für eine zukunftsorientierte Wasserstoffversorgung. Die Projektpartner wollen dazu Lösungen anbieten. (amo)



