Methan ist ein Hauptbestandteil von Erdgas. Am häufigsten tritt es durch unbemerkte Lecks in Raffinerien und Pipelines aus.

Methan ist ein Hauptbestandteil von Erdgas. Am häufigsten tritt es durch unbemerkte Lecks in Raffinerien und Pipelines aus.

Bild: © Adobe Stock/deyana

Die Bundesnetzagentur hat die Konsultation des Entwurfs des Netzentwicklungsplans Gas 2022-2032 der Fernleitungsnetzbetreiber gestartet.

„Um die russischen Gasimporte dauerhaft zu ersetzen, muss das Gasnetz angepasst werden. Es wird ein Ausbau des Netzes vorgeschlagen, um zukünftige LNG-Mengen verlässlich abtransportieren zu können. Ziel ist es, das Netz fit für eine stärkere Diversifizierung unserer Gasquellen zu machen“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, in einer Pressemitteilung.  

Kein Russen-Gas mehr

Die Fernleitungsnetzbetreiber haben der Bundesnetzagentur den Entwurf zum Netzentwicklungsplan am 31. März 2023 vorgelegt. Sie haben in diesem Entwurf Varianten des Netzes berechnet, in denen keine russischen Gasmengen mehr eingespeist werden. Ziel dieser Varianten sei es, gerade so viele neue Importkapazitäten zu berücksichtigen, wie für die sichere Versorgung zukünftig erforderlich sind.

Durch die Betrachtung mehrerer Varianten und eine Zuordnung der Netzausbaumaßnahmen zu den einzelnen LNG-Anlagen und Grenzübergangspunkten kann geprüft werden, ob der ermittelte Netzausbau verhältnismäßig ist, betont die BNetzA in der Mitteilung. Dabei würden insbesondere die energie- und klimapolitischen Ziele berücksichtigt. Dies werde auch dadurch untermauert, dass in allen Varianten eine Reduktion des Gasverbrauchs um 20 Prozent angesetzt wird.  

Vorschlag: Höhere Importe aus Nachbarstaaten

Im Entwurf schlagen die Fernleitungsnetzbetreiber vor, das deutsche Fernleitungsnetz für einen Abtransport von Erdgas aus deutschen LNG-Anlagen und gleichzeitig höhere Importe aus den westeuropäischen Nachbarländern (insb. Niederlande und Belgien) zu ertüchtigen (Variante „LNGplus C“).

In einer separaten Modellrechnung haben die Fernleitungsnetzbetreiber gemeinsam mit anderen potentiellen Wasserstoffnetzbetreibern unter Berücksichtigung von mehr als 250 Wasserstoffprojekten und Leitungsmeldungen potentielle Wasserstoffnetze für die Jahre 2027 (drei Teilnetze) und 2032 (zusammenhängendes Wasserstoffnetz) ermittelt.

Auf Wasserstoff umrüsten

In dieser Modellierung haben die Fernleitungsnetzbetreiber diejenigen Erdgasleitungen identifiziert, die von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt werden können. Darüber hinaus haben sie bestandsnetzverstärkende Maßnahmen vorgeschlagen, um die Umstellung von Gas- auf Wasserstoffleitungen zu ermöglichen.

Tatsächliche und potenzielle Netznutzer sowie weitere Stakeholder können ihre Stellungnahmen zum Entwurf der Fernleitungsnetzbetreiber bis zum 13. Juni 2023 abgeben. (amo)

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