Gas

Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald startet H2-Marktplatz

Projekte vor Ort sollen so miteinander vernetzt werden. Vom Land fordert der Landkreis mehr Unterstützung für die Anbindung von Regionen ans Wasserstoff-Kernnetz.
11.07.2024

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald setzt auf Wasserstoff als Standortfaktor.

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald will einer regionalen Wasserstoffwirtschaft zum Durchbruch verhelfen. Er fokussiert sich dabei auf den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur wie beispielsweise Wasserstofferzeugungsanlagen oder Tankstellen.


 

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises hat nun eine Wasserstoffplattform "H2-Marktplatz" ins Leben gerufen. Mit H2-Marktplatz sollen lokale Projekte zur Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff aus erneuerbarer Energie initiiert und begleitet werden. In einem ersten Schritt geht der Landkreis derzeit aktiv auf Unternehmen zu und befragt sie zu ihren Erfahrungen und Interessen bei der Energietransformation. Ende September soll es dann Best Practice-Veranstaltungen im Breisgau und im Hochschwarzwald für am Thema Wasserstoff interessierte Unternehmen geben.

Interessen bündeln

Anhand realisierter Projektbeispiele sowie durch Kooperation mit anderen Unternehmen sollen konkrete Projektansätze im Landkreis entwickelt und Interessen gebündelt werden. So angestoßene Projekte will die Wirtschaftsförderung dann weiter begleiten.

Der H2-Marktplatz ist Teil des vom Land Baden-Württemberg geförderten Landkreisprojekts "LKBH2 – Zukunft Wasserstoff für den Landkreis".

Brandbrief an Kretschmann

Vor wenigen Monaten hat sich der Landkreis gemeinsam mit anderen Kommunen an Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewandt. In einem gemeinsamen Schreiben fordern sie Nachbesse­rungen im Wasserstoff-Kernnetz sowie eine Förderung von Erzeugungsanlagen.

Die jeweiligen Landräte betonen in ihrem Schreiben die unbedingte Notwendigkeit einer voraus­schauen­den und flä­chendeckenden Energieinfrastrukturplanung im Sinne der Energiewende und Wettbewerbs­fähigkeit der Regionen. Verstärkte Aktivitäten der Landesregierung seien erforderlich, weil die Re­gionen in den aktuellen Planungen zur Wasserstoffinfrastruktur keine Be­achtung fänden.

Den Süden nicht vergessen

Die Einbindung aller industrie­starken Regionen in die deutsche und europäi­sche Wasserstoffinfrastruktur müsse oberste Priorität haben. Der Süden Deutschlands bleibe nur dann wett­bewerbs- und zukunftsfähig, wenn er angemessen an dieser Schlüsselentwicklung teilhaben kann.
 
Die Landkreisspitzen begrüßen die Initiativen der Landesregie­rung zur Schaffung einer soliden Grundlage für die Bedarfsermittlung im Land. Gleichzeitig drängen sie auf sofortige Maßnahmen seitens des Landes zur Förderung regionaler, dezentraler Erzeugungsanlagen im Wasserstoff­sektor und fordern eine rasche Überarbeitung der Pläne für das Wasser­stoff-Kern­netz, um den Anliegen der Regionen gerecht zu werden. (amo)