German LNG Terminal, zuständig für Bau und Betrieb des Flüssigerdgasterminals Brunsbüttel (Schleswig-Holstein), hat von der Bundesnetzagentur die Freistellungsentscheidung von der Tarif- und Netzzugangsregulierung erhalten. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.
Die Freistellungsentscheidung beziehe sich auf die Jahresdurchsatzkapazität von acht Milliarden Kubikmeter pro Jahr und gelte für einen langfristigen Zeitrum, der mit Inbetriebnahme des Terminals beginne, heißt es. Die Europäische Kommission muss noch zustimmen.
Beschluss "wichtiger Schritt"
Rolf Brouwer, Geschäftsführer von German LNG Terminal, begrüßte den Beschluss als weiteren "wichtigen Schritt" hin zu einer finalen Investitionsentscheidung. "Gleichwohl ist das Entscheidungsdokument sehr umfangreich", ließ er sich zitieren. "Wir werden es nun im Detail prüfen."
German LNG Terminal hatte im Juli 2018 einen entsprechenden Antrag auf Freistellung von der Regulierung eingereicht. Eine Freistellung für LNG-Anlagen ist unter anderem möglich, wenn durch die Investition der Wettbewerb bei der Gasversorgung und die Versorgungssicherheit verbessert werden.
Wilhelmshaven auf der Kippe
Kommt das Terminal, sollen dort LNG-Tanker entladen, das Flüssigerdgas gelagert und gegebenenfalls regasifiziert werden. Dann soll es entweder ins Erdgasnetz eingespeist oder etwa in Tankkraftwagen weitertransportiert werden.
Erst jüngst hatte die Uniper-Tochter LTeW die bisherige Planung für ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven mangels verbindlicher Buchungen auf den Prüfstand gestellt. (Die ZfK berichtete.)
"Alleinstellung von Brunsbüttel"
Damals zeigte sich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) beim Standort Brunsbüttel zuversichtlicher. Den Bau eines dortigen Terminals halte er nun für "noch wahrscheinlicher", sagte er. "So wird klar, dass eine Alleinstellung von Brunsbüttel da ist."
Auch Stade (Niedersachsen) und in kleinerer Dimension Rostock planen eigene Flüssigerdgas-Terminals. Die großen Projekte werden bislang auf etwa eine halbe Milliarde Euro Investitionskosten veranschlagt.
Niederländisch-Hamburgisches Joint Venture
German LNG Terminal ist ein Joint Venture der niederländischen Unternehmen Gasunie LNG Holding B.V., Vopak LNG Holding B.V. sowie der Oiltanking GmbH, einem Tochterunternehmen der Marquard & Bahls AG, Hamburg. (ab/dpa)
