Andreas Pinkwart (FDP) ist seit dem Sommer 2017 Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Andreas Pinkwart (FDP) ist seit dem Sommer 2017 Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bild: © MWIDE NRW/F. Wiedemeier

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine hat NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) eine «ergebnisoffene Prüfung» für heimisches Fracking gefordert. Dabei wird Gas mit großem Druck und Chemikalien aus Gesteinsschichten gelöst. Auf diese Weise könne in Deutschland gefördertes Gas nachhaltiger sein als entsprechende Importe aus den USA, sagte Pinkwart der «Rheinischen Post» (Mittwoch).

«Alle bundesgesetzlichen und landesspezifischen Regelungen, die solchen Vorhaben entgegenstehen, gehören auf den Prüfstand, wenn wir Energieunabhängigkeit erreichen wollen», sagte Pinkwart der Zeitung.

Neubaur warnt vor Risiken

Zuvor hatte bereits CSU-Chef Markus Söder eine ergebnisoffene Prüfung des Frackings gefordert. NRW-Grünen-Chefin Mona Neubaur warnte dagegen vor dem Verfahren. «Es hat gute Gründe, dass unkonventionelles Fracking seit 2017 in Deutschland bis auf wenige Probebohrungen verboten ist», sagte sie. Zu groß seien die Risiken, das Grundwasser zu verunreinigen und Erdrutsche auszulösen.

Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte Fracking in Deutschland vor wenigen Tagen abgelehnt. In der Norddeutschen Tiefebene gebe es zwar eine große Menge Gas, an das man aber nur durch die Zerstörung von Gesteinsschichten herankomme. Außerdem würde es «Jahre dauern, neue Förderungen hochzuziehen und die Genehmigungsverfahren hinzubekommen».

Hüther für Prüfung

Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sprach sich hingegen für eine ernsthafte Prüfung des Frackings aus. «Grundsätzlich muss für einen schnellen Ausstieg aus russischem Gas jede Option geprüft und ernsthaft erwogen werden. Das gilt selbstverständlich für das Fracking und die Gasförderung in Deutschland», sagte Hüther der «Rheinischen Post». (dpa/amo)

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