Mitnetz Gas zieht nach rund einem Jahr Betriebserfahrung im Wasserstoff-Forschungsprojekt "HYPOS:H2-Netz" eine erste Zwischenbilanz. Das Unternehmen betreibt im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen eine Testinfrastruktur, die wichtige Erkenntnisse bei der Verwendung und Verteilung von Wasserstoff im Netz liefern soll.
Die ersten Ergebnisse lesen sich positiv. So habe der Betrieb der Gasdruckregel- und Messanlage (GDRMA) inklusive einer Wartung Anfang Mai 2020 gezeigt, dass die Anlage den Betriebsanforderungen für Wasserstoff gewachsen ist. Alle Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen hätten keinen erhöhten Aufwand bei Wasserstoffanlagen im Vergleich zu Erdgasinfrastrukturen nach sich gezogen. Problemlos lief auch eine Störfallsimulation, die ergeben hat, dass die sicherheitstechnischen Einrichtungen im Ernstfall reibungslos funktionieren.
Wasserstoff riechbar machen
Eine weitere Baustelle war laut Mitnetz Gas die Riechbarmachung des geruchlosen Gases Wasserstoff. Hier wurde das Odoriermittel „Gasodor S- Free“ getestet, weitere Tests sind in Vorbereitung.
Keine Probleme gab es auch mit den Kunststoffrohrleitungen im Verteilnetz und in der Inneninstallation. In Bezug auf die Durchlässigkeit konnten keine sicherheitsrelevanten Verlustmengen in Form von Permeation oder Leckage festgestellt werden.
Das Projekt "HYPOS:H2-Netz" läuft noch bis Ende 2021. Das Wasserstoffdorf befindet sich auf einem 12.000 Quadratmeter großen Gelände in der Chlorstraße. Das Projekt umfasst die Entwicklung der Verteilnetzstruktur, die Errichtung der Anlagen und die Anbindung und Versorgung von Wasserstoffendverbrauchern. In der Bauphase testete Mitnetz Gas außerdem verschiedene Verlegetechniken und neue Materialien und definierte die erforderliche Sicherheitstechnik. (amo)
