Die EnBW-Konzerngesellschaft GVS und die IT-Schmiede Exxeta haben ihre multilaterale Energiehandelsplattform am Montag scharf geschaltet. „Von heute an nimmt die Energiewirtschaft ihre Kernkompetenz wieder selbst in die Hand", zitiert eine Pressemitteilung die Tender365-Geschäftsführer Helmut Kusterer und Frank Sonne. Das Ziel mit Tender365 ist nämlich, nicht nur eigene Gas- und Strommengen in schlanken, volldigitalen Prozessen an Weiterverteiler, Industrieunternehmen und andere zu verkaufen und von ihnen zurückzukaufen, sondern auch Wettbewerber zum Beitritt als Händler und möglichst auch als Gesellschafter zu gewinnen, in einem paritätischen Modell.
Eins Energie in Sachsen aus Chemnitz hat eine Rolle als Mitgesellschafter avisiert. Weitere Namen, vor allem von Midstream-Unternehmen wie der GVS, waren am Dienstag aus Stuttgart nicht zu hören. Es geht um eine zentrale Plattform als "Branchenlösung", statt dass jeder Versorger sein eigenes B2B-Handelsportal aufbaut. Mit der Betonung auf die Branche will sich Tender365 auch von früher gestarteten gründer- oder wagniskapitalfinanzierten Handelsplattformen wie Eless oder Enmacc abgrenzen.
Die Entgeltstruktur
Tender365 verlangt von ihren registrierten Handelsteilnehmern in den 30 Tagen des Livebetriebs kein Geld. Danach erhebt sie ein Basisentgelt, ein Entgelt pro Inserat und eine mengenabhängige Transaktionsgebühr. Es gibt zwei Bietverfahren: das klassische mit Angebots- und Bindefrist und ein agiles mit Sofortzuschlag auf ein passendes Preisgebot. Am Donnerstag geht Tender365 auf Roadshow mit rund 30 Veranstaltungen in der D-A-CH-Region. (geo)
