Michael Strugl steht seit Jahresbeginn an der Spitze des österreichischen Energiekonzerns Verbund.

Michael Strugl steht seit Jahresbeginn an der Spitze des österreichischen Energiekonzerns Verbund.

Bild: © Verbund/www.christianjungwirth.com

Grüner Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung spielen. Davon zeigte sich Michael Strugl, der neue Vorstandsvorsitzende, des mehrheitlich staatlichen, österreichischen Energiekonzerns Verbund auf der Handelsblatt-Energietagung überzeugt.

„Wir werden hierbei in Österreich eine nachhaltige Rolle spielen, insbesondere als Enabler für die Industrie“, versicherte Strugl. Um das zu gewährleisten, hat der Konzern unter anderem das Gasnetz in Österreich erworben und sammelt in einer Vielzahl von Pilotprojekten Erfahrungen mit der Produktion und dem Einsatz von grünem Wasserstoff. Strubl hat zum Jahresbeginn den langjährigen Konzernchef Wolfgang Anzengruber an der Spitze des Unternehmens abgelöst.

Pilotprojekte in Stahlindustrie, mit der Bahn und im Gaskraftwerk

Unter anderem in einer Forschungsanlage mit Stahlhersteller Voest Alpine in Linz, in einer Raffinerie des Mineralölkonzerns OMV aber auch beim Einsatz im Bahnverkehr oder in einem Gaskraftwerk. Strugl geht davon aus, dass der Markthochlauf von grünem Wasserstoff mit regionalen Hubs beginnt, die sich später vernetzen. Im Anschluss werde sich dann ein Handel für den Energieträger entwickeln.

Um in Österreich künftig  in ausreichendem Maße grünen Wasserstoff produzieren, muss aber der Erneuerbaren-Ausbau weiter forciert werden. Aktuell werden rund 71 Terawattstunden an Strom in Österreich aus erneuerbaren Energien erzeugt, vorwiegend aus Wasserkraft. Bis 2030 soll diese Menge um 27 Terawattstunden gesteigert werden. Das soll vor allem über den Ausbau von Solar- und Windkraft erfolgen. Allein der Verbund ist aktuell für 40 Prozent der Stromerzeugung in Österreich verantwortlich. Da dieser überwiegend aus Wasserkraft erzeugt wird, ist das Erzeugungsportfolio des Konzerns zu über 90 Prozent regenerativ.

Neues Gesetz soll Erneuerbaren-Ausbau voranbringen

Damit der Erneuerbaren-Ausbau in Österreich weiter an Schwung gewinnt, soll ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden. Strugl rechnet damit, dass dieses im ersten Quartal beschlossen werden könnte. (hoe)

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