Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Bild: © Thomas/AdobeStock

Unter dem Titel "H 2 Mehrum" hat sich eine Initiative aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gegründet, die das Potenzial von grünem Wasserstoff für die Wirtschaftsregion Hannover-Braunschweig-Wolfsburg voranbringen möchte.

Die beteiligten Partner, darunter ÜSTRA/regiobus und BS Energy, wollen laut einer gemeinsamen Mitteilung für eines der wichtigsten Industriezentren Niedersachsens den Weg in die Wasserstoffwirtschaft entwickeln. Konkret soll es demnach darum gehen, dekarbonisierte Geschäftsmodelle zu erarbeiten, die dann als Grundlage einer landesweiten Energie- und Verkehrswende dienen können.

Von Steinkohle zu Wasserstoff

Los gehen soll es mit einer Machbarkeitsstudie. Diese soll Antworten auf die Frage finden, inwiefern sich der Standort des heute noch mit Steinkohle befeuerten Kraftwerks Mehrum (Gemeinde Hohenhameln, Landkreis Peine) für den Aufbau eines regional übergreifenden Wasserstoff-Netzwerks eignet. Das Ergebnis der Studie, die von Siemens Energy und der Leibniz Universität Hannover erarbeitet werden soll, wird bis Sommer 2021 erwartet.
 
Mehrum bietet sich aus Sicht der Projektpartner als ein potenzielles Zentrum einer niedersächsischen Wasserstoff-Produktion an, weil es dort Schnittstellen zwischen Energieerzeugung und Energieverbrauch sowie der benötigten Infrastruktur auf Strom- und Gasseite gebe. Angedacht ist, auf dem Kraftwerksgelände einen Elektrolyseur zu erreichten, der große Mengen an grünem Strom in Wasserstoff umwandelt.

Nachfrage ist vorhanden

Potenzielle Kunden wären industrielle Abnehmer der Region Hannover/Braunschweig/Wolfsburg, die mit dem in Mehrum produzierten Wasserstoff ihren Eigenbedarf decken könnten.  Die nach aktuellen Planungen in naher Zukunft gut ausgebauten Strom- und Gasnetze der Region könnten dem Transport des regenerativen Windstroms und des erzeugten Wasserstoffs dienen. Das Gasnetz könnte darüber hinaus die Speicherung des Wasserstoffs übernehmen.
 
Darüber hinaus wird die Machbarkeitsstudie auch die mögliche Produktion von synthetischen Kraftstoffen sowie grundsätzliche Aspekte der Sektorkopplung in den Blick nehmen, heißt es in der Mitteilung.

Breites Bündnis

Der Kreis der Gründer von "H 2 Mehrum" besteht aus BS Energy, Gasunie, der Kraftwerk Mehrum GmbH (KWM), Siemens Energy, Tennet, der VW Kraftwerk GmbH, ÜSTRA/regiobus sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Institut für Elektrische Energiesysteme (IfES) der Leibniz Universität Hannover. (amo)
 


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