Deutschland und Frankreich diskutieren über einen Kompromiss beim Bau der Gaspipeline Nord Stream 2.

Deutschland und Frankreich diskutieren über einen Kompromiss beim Bau der Gaspipeline Nord Stream 2.

Bild: © Bernd Wüstneck/dpa

Der österreichische Energiekonzern OMV fordert eine politische Reaktion auf die Drohung der US-Regierung, die Sanktionen wegen der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 auszuweiten. Das Unternehmen, das zu den Investoren für die Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland zählt, könne eine solche Antwort nicht geben, sagte OMV-Chef Rainer Seele bei der Vorlage der Halbjahresbilanz am Mittwoch.

"Allerdings erwarten wir natürlich als europäisches Unternehmen, dass entsprechend sich die Politik dafür einsetzt, dass der Investitionsstandort in Europa an Attraktivität nicht verliert." Es sei die Frage, inwieweit sich Europa für seine Souveränität und Unabhängigkeit - insbesondere in der Energieversorgung des Kontinents - einsetzen werde.

OMV kämpft mit Corona und niedrigem Ölpreis

Nord Stream 2 war Ende vergangenen Jahres abrupt gestoppt worden, weil die Verlegeschiffe wegen der US-Sanktionen ihre Arbeit an der fast fertigen Leitung einstellten. Die USA wollen das Projekt weiterhin verhindern. Sie begründen das mit einer zu hohen Abhängigkeit Europas von russischem Gas. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte im Januar, dass Russland das Projekt aus eigener Kraft fertigstellen könne. Ein russisches Verlegeschiff liegt laut Schiffsradar Vesselfinder.com derzeit im Hafen Mukran auf Rügen.

Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnete OMV eigenen Angaben zufolge mit rund 7,9 Milliarden Euro circa 31 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn vor Sondereffekten brach um 53 Prozent auf 844 Mio. Euro ein. Das Unternehmen habe sowohl mit den Folgen der Corona-Pandemie als auch mit dem niedrigen Ölpreis zu kämpfen gehabt, sagte Seele. Mittlerweile sehe er aber "deutliche Anzeichen der Erholung". (dpa/hil)

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