Der Bioreaktor produziert grünes Methan.

Der Bioreaktor produziert grünes Methan.

Bild: © Martin Thema

In Ibbenbüren ist im Rahmen eines Feldtests zum ersten Mal grünes Gas ins Gasnetz des Tecklenburger Landes eingespeist worden. Es handelte sich dabei um den Abschluss eines dreijährigen, vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts mit den Namen ORBIT. Partner aus Forschung, Wissenschaft und Industrie, darunter Westenergie, Westnetz, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Universität Regensburg und Electrochaea, haben an wechselnden Standorten eine Anlage zur biologischen CO2-Methanisierung entwickelt, optimiert und erprobt.

In der Anlage werden Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid von kleinen Mikroorganismen, sogenannten Archaeen, zu Methan umgewandelt. Der Wasserstoff kommt aus der angeschlossenen Power-to-Gas-Anlage, die Westenergie bereits 2015 in Betrieb genommen hat.

Power-to-X als wichtiger Baustein der Energiewende

Projektleiter Michael Sterner wies im Rahmen einer online übertragenen Pressekonferenz darauf hin, wie wichtig Power-to-X für die Energiewende sei – auch wegen der Volatilität von Solar- und Windenergie. Das Gasnetz biete zudem 5000 mal mehr Speicherplatz als bestehende Stromnetze. Es brauche die Speichertechnologie Power-to-Gas aber genauso wie die Stromtrassen, dezentrale Erzeugung und andere Speichertechnologien wie Pump- oder Batteriespeicher, so der Professor.

Zugleich forderte Sterner die nach Ibbenbüren gereiste Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) wie auch Energiestaatssekretär Andreas Feicht auf, die Rahmenbedingungen für Power-to-X bzw. grüne Gase zu verbessern. Aktuell sei man von einem wirtschaftlichen Betrieb weit entfernt. Ursache seien nicht etwa die Kosten der Anlagen, sondern die Umlagen, Steuern und Abgaben.

Rahmenbedingungen ändern

Hier müsse die Politik umgehend aktiv werden, so der Wissenschaftler. Man habe in Deutschland gute funktionierende Lösungen, um die Energiewende voranzubringen. Allerdings seien die Rahmenbedingungen für Power-to-Gas in anderen Ländern, vor allem in den USA, deutlich günstiger. Hier müsse nachgesteuert werden, um auch mit Blick auf den Arbeitsmarkt kein Potenzial zu verschenken. (amo)

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