Der Wasserstoff-Campus in Salzgitter nimmt Fahrt auf: Die Stadt Salzgitter, die Salzgitter AG, MAN Energy Solutions, Bosch, Alstom, WEVG, das Fraunhofer Institut für Schicht- und Oberflächentechnik und das Projektbüro Südostniedersachsen, in dem das Amt für regionale Landesentwicklung und die Allianz für die Region GmbH gemeinsam agieren, haben nun eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
Ausgangspunkt für den Wasserstoff-Campus sind laut einer Mitteilung der Stadt die vielfältigen Erfahrungen und Vorhaben der in Salzgitter ansässigen Industrieunternehmen bei der Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff. Ermöglicht wird der Start nun mittels der 7 Millionen-Euro-Strukturhilfe aus der dritten Säule des Strukturhilfeprogramms, dass das Land Niedersachsen der Stadt Salzgitter zur Verfügung stellt.
Konjunkturmotor für die Region
Mit dem Wasserstoff-Campus wollen die Projektpartner den Industrie- und Innovationsstandort Salzgitter voranbringen und neue Arbeitsplätze schaffen. Profitieren soll auch die Region rund um die Stadt, wie Oberbürgermeister Frank Klingebiel in einem Statement betonte.
Ulrike Witt, die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung, bezeichnet den Wasserstoff-Campus schon jetzt als Ankerpunkt der Wasserstoffwirtschaft in der Region. "Die Verbindung von Klimaschutz und Wertschöpfung führt zu neuen Perspektiven für die Industrieregion. Diese Chancen werden wir nutzen", kündigte sie an.
Dekarbonisierung der Stahlindustrie
Heinz Jörg Fuhrmann, der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG, verweist auf das Dekarbonisierungsprojekt seines Unternehmens, in dem grüner Wasserstoff eine zentrale Rolle spiele. Der Wasserstoff-Campus biete die Chance, Wissen zu bündeln, interdisziplinär zusammenzuarbeiten und so einen Mehrwert für alle Beteiligten und die hier lebenden Menschen zu generieren. "Damit kann ein Leuchtturmprojekt von überregionaler Strahlkraft entstehen", ist der Salzgitter-Chef überzeugt.
Das Fraunhofer IST kündigte an, die Entwicklung und Vernetzung des Wasserstoffcampus aus Perspektive der angewandten Forschung zu unterstützen. Ziel sei es, in Salzgitter die industrielle Wasserstoffnutzung zu demonstrieren. "Dabei treibt uns besonders die Frage an, welche Technologien und Geschäftsmodelle die Dekarbonisierung der Industrie ermöglichen. Eine große Stärke des Wasserstoffcampus ist das Know-How der regionalen Industrieunternehmen sowohl im Hinblick auf die Technologiekompetenz als auch unterschiedliche industriellen Anwendungen", erläutert Christoph Herrmann, Institutsleiter vom Fraunhofer Institut für Schicht- und Oberflächentechnik.
Viele verschiedene Anwendungen
Bosch wiederum will am Standort Salzgitter speziell den Einsatz von Wasserstoff zur Reduktion des CO2-Footprints von Fabriken erforschen und implementieren, während Alstom nach seinem selbst entwickelten Wasserstoffzug weitere Anwendungs- und Effizienzpotentiale heben will.
MAN Energy Solutions stellt den Bau einer industriell dimensionierten Power-to-X-Anlage in Aussicht, die grünen Wasserstoff in CO2-neutrale synthetische Kraftstoffe umwandelt. WEVG-Geschäftsführer Rainer Krause ergänzt: "Eine unserer wesentlichen Aufgaben als Energiedienstleister vor Ort wird es sein, die Weiterentwicklung der notwendigen Infrastruktur zu unterstützen, damit der Strom zu den Elektrolyseanlagen und der daraus entstehende grüne Wasserstoff zu den möglichen Verbrauchern transportiert sowie die im Umwandlungsprozess entstehende Wärme sinnvoll genutzt werden können." (amo)



