Bei der Übergabe des Förderbescheids: Umweltministerin Katrin Eder mit Jens Schulte (l.), Mitglied des Schott Vorstandes und Tobias Brosze, stellv. Vorstandsvorsitzender der Mainzer Stadtwerke

Bei der Übergabe des Förderbescheids: Umweltministerin Katrin Eder mit Jens Schulte (l.), Mitglied des Schott Vorstandes und Tobias Brosze, stellv. Vorstandsvorsitzender der Mainzer Stadtwerke

Bild: © Mainzer Stadtwerke AG

Der Mainzer Schott-Konzern will den Einsatz von Wasserstoff bei der besonders energieintensiven Herstellung von Glas testen. So soll beim Betrieb der Schmelzwannen weniger Erdgas verbraucht und damit klimaschädliches Kohlendioxid eingespart werden, wie Schott-Vorstand Jens Schulte am Montag erklärte. «Mittelfristig kann das auch eine Rolle bei der Versorgungssicherheit spielen», sagte er mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Lieferung von Erdgas aus Russland. «Kurzfristig ist das nicht realistisch.» Schott hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden.

Das Pilotprojekt soll voraussichtlich im August starten. Über einen Monat hinweg soll in drei Phasen der Wasserstoffanteil in einem Erdgas-Wasserstoffgemisch für die Glasschmelze schrittweise auf bis zu 35 Prozent hochgefahren werden. «Es wird ein Test in der laufenden Produktion», sagte Schulte. Für die Herstellung von Spezialglas beispielsweise für Impfstofffläschchen, Handyschutzgläser und Mikrochips werden Temperaturen bis zu 1700 Grad benötigt. Zu einem großen Teil wird das mit Erdgas erreicht, es laufen bei Schott auch schon Forschungsprojekte, die Produktion auf der Basis von «grünem Strom» zu elektrifizieren.

Brosze fordert einen deutlichen Ausbau der Erneuerbaren

Den Wasserstoff für das Pilotprojekt aus grüner Produktion werden die Stadtwerke Mainz liefern. Um den steigenden Bedarf an derart produziertem Wasserstoff decken zu können, sei ein deutlicher Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig, sagte der Technik-Vorstand der Mainzer Stadtwerke, Tobias Brosze.

Das rheinland-pfälzische Klimaministerium unterstützt das Projekt mit 714.000 Euro, die aus EU-Fördermitteln stammen. Für das Erreichen des von der Landesregierung gesetzten Ziels einer weitgehenden Treibhausgasneutralität bis 2035 sei es wichtig, die CO2-Emissionen in energieintensiven Industriebranchen zu senken, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder am Montag bei der Überreichung der Förderbescheide an Schott und die Stadtwerke. (dpa/amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper