"Deutschland soll bei Wasserstofftechnologien Nummer 1 in der Welt werden“: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse des Dialogprozesses "Gas 2030".

"Deutschland soll bei Wasserstofftechnologien Nummer 1 in der Welt werden“: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse des Dialogprozesses "Gas 2030".

Bild: © BMWi

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat einen Förderbescheid in Höhe von rund 1,5 Mio. Euro für die Entwicklung einer Wasserstoffproduktionsanlage in Saudi-Arabien an die Vorstandsvorsitzende die Thyssenkrupp AG, Martina Merz, übergeben. Das Projekt sei das zweite internationale Wasserstoff-Vorhaben, das im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) aus Mitteln des Konjunkturpaketes gefördert werde, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi).

Am Roten Meer entstehe seit 2017 NEOM, eine autonome Region innerhalb Saudi-Arabiens. Sie soll an der Landesgrenze zu Jordanien an der Straße von Tiran liegen. NEOM ist angedacht als grüne, intelligente Mega-Region, die ihr Wasser klimaneutral aus dem Meer, Strom durch erneuerbare Energien und ihre Wirtschaftskraft durch Künstliche Intelligenz, innovative Urbanisierungskonzepte und Tourismus gewinne, heißt es weiter.

9 Tonnen Wasserstoff täglich

Das BMWi unterstütze die Entwicklung eines Prototyps für ein 20 MW-Wasserelektrolysemodul zur Produktion von grünem Wasserstoff mit bis zu 1,5 Mio. Euro, heißt es. Die Anlage soll optimiert werden und sich unter konkreten Betriebsbedingungen vor Ort für den Regelbetrieb mit Strom aus erneuerbaren Energien in Saudi-Arabien qualifizieren.

In der Power-to-X-Anlage "Element One" wird Thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers eines der weltweit größten Wasserelektrolyse-Module mit einer Größe von 20 MW entwickeln und für den Markteinsatz qualifizieren. Mit dem Modul können bis zu 9 Tonnen Wasserstoff pro Tag hergestellt werden.

Testzentrum geplant

Zudem errichtet NEOM ein Hydrogen Innovation & Development Center, in dem Technologien und Nutzungspfade von grünem Wasserstoff erprobt und demonstriert werden sollen.

Bis 2025 soll dieses Modul in NEOM in der industriellen Produktionsanlage "Helios" für grünen Wasserstoff und Ammoniak eingesetzt werden, in der 650 Tonnen Grünwasserstoff und 3000 Tonnen Ammoniak pro Tag auf Basis ausschließlich erneuerbarer Solar- und Windenergie produziert werden.

Internationale Beteiligung

Ammoniak soll mithilfe von Stickstoffabscheidung aus der Luft produziert und verschifft werden, um in Zielländern durch Aufspaltung wiederum Wasserstoff bereitzustellen. Ammoniak habe den Vorteil, dass es leichter gespeichert und transportiert werden kann als gasförmiger Wasserstoff. Die Anlage sei, sobald fertiggestellt, eine der größten Wasserstoffanlagen weltweit.

An dem Projekt "Helios" seien als Hauptpartner NEOM, der US-amerikanische Industriegasekonzern Air Products & Chemicals und das saudische Unternehmen ACWA Power beteiligt. Das Projekt gehöre zu gleichen Teilen den drei Partnern. Als Industriepartner sei zudem das dänische Unternehmen Haldor Topsoe für die Ammoniaktechnologie beteiligt.

Investitionen von etwa 5 Mrd. Euro

Air Products, der ausschließliche Abnehmer des grünen Ammoniaks, beabsichtige eine internationale Verschiffung und Nutzung des grünen Wasserstoffs im Verkehrssektor. Die Wasserstoffproduktionsanlage "Helios" habe ein Investitionsvolumen von ca. 5 Mrd. Euro.

Das Projekt entspreche der Zielsetzung der NWS, insbesondere deren internationaler Dimension. Es handele sich um ein Pilotvorhaben im Partnerland Saudi-Arabien unter Beteiligung eines deutschen Unternehmens, das aufzeigen soll, ob und wie grüner Wasserstoff und dessen Folgeprodukte dort nachhaltig produziert und global vermarktet werden können. (jk)

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