Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Bild: © Thomas/AdobeStock

Die Wasserstoff-Modellregion Wunsiedel ist auf ihrem Weg in die Wasserstoffwirtschaft einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Noch in diesem Jahr soll in der Stadt Wunsiedel im Fichtelgebirge eine Elektrolyse-Anlage mit einer Anschlussleistung von 6 Megawatt in der ersten Ausbauphase installiert werden. Ein entsprechender Vertrag wurde nach Angaben von Siemens in der vergangenen Woche unterzeichnet.

Der Elektrolyseur soll ausschließlich mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Über 900 Tonnen Wasserstoff pro Jahr sollen laut Mitteilung in der ersten Ausbauphase bereitgestellt werden. Im Vollausbau seien dann bis zu 2000 Tonnen möglich. Der Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen, Ende 2021 soll die Anlage dann in Betrieb gehen.

Stadtwerke Wunsiedel als Projektpartner

Bislang musste das Gas für Endkunden über relativ lange Transportwege angeliefert werden. Die Projektpartner, darunter auch die SWW Wunsiedel, planen, den vor Ort erzeugten Wasserstoff in Druckgasbehälter zu füllen und über Lkw-Trailer an lokale und regionale Endkunden zu liefern. Die Anlage soll auch dabei helfen, Netzengpässe zu entschärfen sowie Flexibilität für das Stromnetz bereit zu stellen.

Wie der Landkreis Wunsiedel mitteilte, werde man nun zügig ein konkretes Konzept erarbeiten, wie die Wasserstoffproduktion und -nutzung im Landkreis in der Praxis aussehen werde. Damit wolle man sich erneut um Fördergelder des Bundesverkehrsministeriums bewerben. Investitionen von bis zu 100 Millionen Euro seien möglich, wenn man den Zuschlag erhalte. Denkbar seien etwa der Bau von Anlagen zur Produktion und Speicherung von Wasserstoff, aber auch Tankstellen oder die Umrüstung ganzer Fahrzeugflotten in Betrieben, auf der Straße oder der Schiene.

Wasserstoff soll regionale Konjunktur ankurbeln

Für Landrat Peter Berek ist der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft auch ein lokales Konjunkturprogramm. „Die Wasserstoffproduktion und Nutzung wird zu einer echten Wertschöpfung in der Region.“ Der Landkreise wolle nun mit den regionalen Unternehmen noch intensiver ins Gespräch kommen und sie vom Potential des grünen Wasserstoffs noch weiter zu überzeugen. (amo)

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