Die Endverschlüsse des 525-kV-Erkabelsystems im "Wintertest" in Schweden.

Die Endverschlüsse des 525-kV-Erkabelsystems im "Wintertest" in Schweden.

Bild: © Nexans

Für die Strombertragung vom Norden zu den Nachfragezentren im Süden arbeiten die deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) derzeit an einigen der weltweit längsten Erdkabelprojekte. Nexans hat nun seine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs(HGÜ)-Kabelsysteme gemäß den deutschen Standards der ÜNB für den Betrieb mit einer Spannung von 525 kV qualifiziert. Mit diesem wesentlichen Spannungsanstieg lässt sich wesentlich mehr Strom als mit den zuvor branchenüblichen Kabeln übertragen.

HGÜ-Technologie gilt im Vergleich zu konventionellen Wechselstromkabelsystemen als belastbarer, hat geringere Verluste und braucht weniger Platz. Allerdings wünschten sich die vier deutschen ÜNB – 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW – laut Nexans eine erhebliche Kapazitätssteigerung im Vergleich zu den branchenüblichen 320-kV-HGÜ-Erdkabeln.

Einjähriges Testprogramm vollzogen

Daher habe man ein HGÜ-Kabelsystem auf Basis einer dreifach-extrudierten, vernetzten Polyethylen-Isolierung (VPE) für den Betrieb mit einer bahnbrechenden Spannung von 525 kV und einer Leistung von zwei GW entwickelt.

Seine Zuverlässigkeit und Leistung hat das Kabel in einem einjährigen Testprogramm in der externen Testeinrichtung STRI in Schweden unter echten Installationsbedingungen im Außenbereich bei Umgebungstemperaturen von -20 °C im Winter und bis zu +31 °C im Sommer unter Beweis gestellt.

Kostenersparnis durch höhere Übertragungsleistung

Dadurch, dass sich mit dem 525-kV-Kabel wesentlich mehr Strom mit dem gleichen Durchschnitt übertragen lasse, könnte sich bei einigen Projekten der Bedarf zum Bau eines zusätzlichen Stromkreises eliminieren, erklärt Nexans. Dies wiederum dürfte zu Einsparungen bei Kabelinfrastruktur und Bauarbeiten sowie zur Reduzierung des erforderlichen Installationsplatzes führen. (sg)

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