Transnet BW: Strom aus der Suedlink-Leitung soll in Leingarten umgespannt werden

Transnet BW: Strom aus der Suedlink-Leitung soll in Leingarten umgespannt werden

Bild: © Transnet BW

TransnetBW zeichnet in der Studie Stromnetz 2050 ein Zielbild für ein weitgehend klima­neutrales Energiesystem. Sie untersucht, wie die elektrische Energieversorgung bis zum Jahr 2050 umgebaut werden müsste, damit die heute gesetzten Energiewende- und Klimaschutzziele umgesetzt werden könnten. Zudem wurde ein strategisches Ziel-Übertragungsnetz für Baden-Württemberg entwickelt, um die Anforderungen einer vollständig umgesetzten Energiewende zu erfüllen. Es handelt sich dabei um eine methodische Weiterentwicklung des NEP.

Dr. Felix Matthes, Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik, Öko-Institut und Mitglied des Beirats der Studie Stromnetz 2050 erklärt: „Die Begleitung dieses Projekts war für mich einer der interessantesten Prozesse der letzten Jahre. Diskussionen zur langfristigen Entwicklung des Stromsystems haben sich bisher vor allem auf die erneuerbare Stromzeugung sowie die Höhe und Strukturen der Nachfrage konzentriert. Was das für die Netzentwicklung jenseits des Horizonts 2020/35 im Detail bedeutet, blieb zu oft unterbelichtet. Die Studie Stromnetz 2050 leistet einen wichtigen Beitrag zur Schließung dieser Lücke.“ Dies bekräftigt  Christian Schorn, Leiter Anlagenbetrieb & Operations bei TransnetBW, während des Corona-bedingten Live-Streams: "Mit ihrem Ansatz, die Energiewende vom Ende her zu denken, stellt die Studie eine neue Diskussionsgrundlage für die methodische Weiterentwicklung des Netzentwicklungsplans dar, der die Übertragungsnetze bislang nur zehn bis 15 Jahre im Voraus plant.“

Modell für 2050

Bis 2050 soll die Stromnachfrage durch die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Transport zur Dekarbonisierung des Energiesystems um 55 Prozent auf 842 TWh gegenüber 540 TWh (Referenzjahr: 2018) steigen. Dabei entfallen 93 TWh auf die Wärme (Plus von 40 Prozent) und auf die direkte und indirekte Elektrifizierung des Transportsektors etwa durch E-Mobilität mit 152 TWh sowie Brennstoffzellen mit 70 TWh.

Deutschland werde 2050 zum Stromimporteur. Selbst wenn wie anvisiert, ein ein massiver Ausbau von Windenergie (fünf Mal soviel) und Photovoltaik (vier Mal soviel) erzielt werde. Hier wird mit einem Erneuerbaren-Anteil von 80 Prozent gerechnet und damit mit einer maximalen Einspeiseleistung von 223 GW. Gleichzeitig würde sich die Einspeisung und die Leistung von thermischen Kraftwerke von 2018 bis 2050 um 50 Prozent von 93 GW (373 TWh) auf 46 GW (80 TWh) reduzieren.

Ergebnisse
 
Um die der energie- und klimapolitischen Ziele bis zum Jahr 2050 zu erreichen, müsste die installierte Leistung von Wind- und Photovoltaikanlagen um das Drei- bis Vierfache gegenüber 2018 steigen, so ein Resultat der Studie. Der Wärme- und Transportsektor müsse zudem weitgehend elektrifiziert werden. DGleichzeitig wachse der europäische Strombinnenmarkt zusammen und der grenz­überschreitende Stromhandel zwischen den europäischen Strommärkten werde weiter zunehmen.
 
Die Studie zeigt aber auch: Das im Netzentwicklungsplan 2030 geplante Übertragungsnetz reicht nicht aus, um die energiepolitischen Ziele zu erreichen. Die Integration der erneuerbaren Energien erfordert ein Maßnahmenpaket, das deutlich über die bisherigen Planungen hinausgeht, heißt es dort.
 
Aus Sicht der TransnetBW stellt der aktuelle Netzentwicklungsplan den ersten Schritt des Netzausbaubedarfs für eine erfolgreiche Energiewende dar. Der nun weiterentwickelte Ansatz biete die Möglichkeit, das im NEP entworfene Übertragungsnetz auf seine langfristige Nachhaltigkeit zu überprüfen. Im Ergebnis steht eine „Top-down“-Betrachtung, die in diesem Detaillierungsgrad neu ist und über die die TransnetBW eine Debatte anstoßen möchte. Zudem sind darin auch Bereiche, die außerhalb des Aktionsbereichs eines ÜNB liegen, enthalten. Etwa wie die Rahmenbedingungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien aussehen müssten, für den wirtschaftlichen Betrieb von Kraft-Wärme-Kopplung oder auch die Notwendigkeit Stromimporte sicherzustellen. Die Details finden Sie hier (externer Link). (sg)





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