Die Bundesnetzagentur (BNetzA) ermittelte am heutigen Donnerstag laut einer Pressemitteilung die erfolgreichen Gebote der technologiespezifischen Ausschreibungen für Windenergie an Land sowie für Solarenergie zum Gebotstermin 1. Juli 2020.
Demnach war die Ausschreibung für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Juli 2020 erneut deutlich unterzeichnet. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 275.176 kW wurden laut BNetzA 26 Gebote mit einem Volumen von 191.050 kW eingereicht. Alle Gebote würden einen Zuschlag erhalten. Damit würden nur etwa zweidrittel der ausgeschriebenen Menge vergeben.
Wind Onshore: Norden vorne - Zuschlagswert 6,14 ct/kWh
Regional betrachtet ging das größte Zuschlags-Volumen laut BNetzA an Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (3 Zuschläge, 48.600 kW), Niedersachsen (9 Zuschläge, 48.350 kW) und Brandenburg (4 Zuschläge, 41.300 kW). 3 Gebote von Bürgerenergiegesellschaften wurden bezuschlagt.
Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichte von 5,50 ct/kWh bis 6,20 ct/kWh. Damit liege der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert wie in der Vorrunde bei 6,14 ct/kWh. Alle eingereichten Gebote erhalten laut BNetzA einen Zuschlag. Erfreulicherweise sei es nicht notwendig gewesen ein Gebot aufgrund eines Formfehlers auszuschließen.
Photovoltaik: 30 von 174 Geboten bezuschlagt - Zuschlagswert 5,18 ct/kWh
In der Solarausschreibung zum 1. Juli 2020 wurden 174 Gebote mit einem Umfang von 779.418 kW abgegeben. Die ausgeschriebene Menge von 192.716 kW wurde damit laut BNetzA erneut sehr deutlich überzeichnet. Insgesamt würden 30 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 193.272 kW einen Zuschlag erhalten, teilte die Regulierungsbehörde mit.
Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen laut der Pressemitteilung zwischen 4,69 ct/kWh und 5,36 ct/kWh und somit leicht unter denen der Vorrunde (Vorrunde: 4,90 bis 5,40 ct/kWh). Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist wieder leicht gesunken und liegt in dieser Runde wieder wie in der Gebotsrunde zum 1. März 2020 bei 5,18 ct/kWh (Vorrunde: 5,27 ct/kWh). 18 Gebote wurden laut BNetzA vom Verfahren ausgeschlossen.
Verlinden: Jährlich 10 GW PV - Planungshemmnisse Wind beseitigen
"Die Ausschreibungsergebnisse für Wind- und Solarenergie zeigen das bekannte Bild einer ausgebremsten Energiewende", kommentierte Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik von Bündnis 90/Die Grünen die Ausschreibungsergebnisse in einer Mitteilung. Die Ausschreibungen für Photovoltaik seien regelmäßig um ein Vielfaches überzeichnet.
Um den Ausbau der Solarenergie nicht künstlich niedrig zu halten, müsse das jährliche Ausbauvolumen auf 10 Gigawatt gesteigert werden. Verbunden mit einer bundesweiten Solarpflicht könnten die leeren Dächer der Republik für die Energiewende erschlossen werden. Gleichzeitig müssten die Planungshemmnisse bei der Windenergie von Bundesseite beseitigt werden. (hcn)