Der Münchner Konzern Baywa hat in den vergangenen Jahren das Geschäft mit erneuerbaren Energien stark ausgeweitet. Das Unternehmen plant und baut in Europa und Übersee Windparks und Solaranlagen.

Der Münchner Konzern Baywa hat in den vergangenen Jahren das Geschäft mit erneuerbaren Energien stark ausgeweitet. Das Unternehmen plant und baut in Europa und Übersee Windparks und Solaranlagen.

Bild: © David-Wolfgang Ebener/dpa

"Wir kommen so zu einer sinnvollen Doppelnutzung der Agrarflächen", sagte Vorstandschef Klaus Josef Lutz am Freitag. "Wir hätten eine Kostenersparnis und eine weitere Einnahmequelle für den Landwirt." Die Solarpaneele könnten Obst und Beeren vor Hagel und anderen Unbilden des Wetters schützen.

"Der Bodensee würde sich förmlich anbieten, aber auch Südbaden, mit der Sonne, die da immer wunderbar scheint", sagte Lutz. Bei den bislang üblichen Freiflächenanlagen werden Solarkraftwerke zwar auf Äckern errichtet, aber keine Nutzpflanzen mehr angebaut.

Förderregularien als Hemmnis

Die Baywa hat Eigeninteresse an der Förderung der sogenannten Agri-Photovoltaik, da das Unternehmen Ökostrom-Anlagen baut und vertreibt. In China gibt es laut Baywa bereits größere Anlagen, in den Niederlanden eine erste kombinierte Himbeer- und Sonnenstromplantage.

Ein Hemmnis sind jedoch die Förderregularien sowohl für die Landwirtschaft als auch die erneuerbaren Energien. Errichtet ein Bauer eine Solaranlage über seinen Beeren, verliert er damit laut Baywa den Anspruch auf Agrarzuschüsse, weil die betreffende Anpflanzung nicht mehr als reine Agrarfläche zählt. Und im Erneuerbare-Energien-Gesetz seien fruchtbare Äcker auch nicht berücksichtigt, sagte Lutz. "Das muss politisch und rechtlich geklärt werden."

Höhere Kosten werden kompensiert

Da Pflanzen Sonne brauchen, können auf den Modulen für Obstpflanzungen weniger Solarzellen montiert werden als in herkömmlichen Freiflächenanlagen. Deswegen erzeugt eine Agro-PV-Anlage laut Baywa auf vergleichbarer Fläche auch 20 bis 30 Prozent weniger Strom und hat dementsprechend höhere Kosten  was nach Einschätzung des Unternehmens durch die Doppelnutzung aber mehr als ausgeglichen werden könnte. (dpa/hil)

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