Von insgesamt 167.770 kW des ausgeschriebenen Volumens wurden zum Gebotstermin 1. April 2020 nur 92.486 kW eingereicht. Damit ist auch die insgesamt fünfte Ausschreibung für Biomasse unterzeichnet, obwohl die bisher höchste Menge seit Einführung der Ausschreibungen in 2017 geboten wurde.
Von den 38 Geboten, darunter fünf Neuanlagen, wurden 90.456 kW erfolgreich bezuschlagt. Die ermittelten Zuschlagswerte lagen laut BNetzA zwischen 10,28 Cent pro kWh und 16,40 Cent pro kWh. Damit ergibt sich ein durchschnittlicher Zuschlagswert von 13,99 Cent pro kWh, was einer Steigerung von gut einem Cent im Vergleich zur Vorrunde im November 2019 entspricht.
Klarer Ausbaupfad und Anpassung der Gebotshöchstwerte
Die Biomasse-Verbände sind in Anbetracht der Ergebnisse erwartungsgemäß alarmiert: „Das ist erneut ein klares Signal, dass die Ausschreibungsbedingungen nicht die Kosten der Betriebe decken“, schließt Sandra Rostek, Leiterin der Hauptstadtbüros Bioenergie, im Namen der Bioenergieverbände. „Zukunftsfähige Anlagenkonzepte werden ausgebremst, Klimaschutzpotenzial bleibt ungenutzt“, so Rostek weiter.
Ähnlich sieht das auch der Biogasrat: „Ohne den Beitrag der Bioenergie, werden wir die Klimaschutzziele in Deutschland bis zum 2030 deutlich verfehlen. Um den Beitrag der Biomasse zur erneuerbaren Energieversorgung zu erhalten und gesund auszubauen, brauchen wir einen klaren Ausbaupfad bis zum Jahr 2030 und eine Anpassung der Gebotshöchstwerte im EEG-Ausschreibungsverfahren für neue und bestehende Biomassenanlagen, die sich an den durchschnittlichen Stromgestehungskosten orientiert.“
Längere Realisierungsfristen
Auch wenn eine Novellierung des Ausschreibungsverfahrens erst einmal nicht in Sicht ist, hat die BNetzA immerhin auf die Folgen der Corona-Krise reagiert. Die Zuschlagsentscheidungen werden vorerst nicht online veröffentlicht, damit die Realisierungsfristen für erfolgreiche Bieter nicht zu laufen beginnen. Die nächste Ausschreibung für Biomasse-Anlagen findet am 1. November 2020 statt. (ls)
