Sonne und Wind: Zugpferde der Energiewende

Sonne und Wind: Zugpferde der Energiewende

Bild: © lovelyday12/AdobeStock

Wie die Bundesnetzagentur (BNetzA) mitteilt, wurden die Ausschreibungen für Windenergie an Land im Februar wieder deutlich unterzeichnet. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 900 MW erhielten 66 Gebote mit einem Volumen von 523 MW einen Zuschlag. Regional betrachtet wurden jeweils 14 Zuschläge für Gebote in Schleswig-Holstein (103 MW) und in Nordrhein-Westfalen (97 MW) erteilt. In der Zuschlagsstatistik folgen Thüringen (11 Zuschläge für 56 MW), Brandenburg (6 Zuschläge für 59 MW) und Niedersachsen (6 Zuschläge für 56 MW).

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichten von 5,76 ct/kWh bis 6,20 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 6,18 ct/kWh und damit geringfügig über dem der Vorrunde (6,11 ct/kWh).

Ausschreibungen für Solar deutlich überzeichnet

In der ersten Solarausschreibung des Jahres 2020 wurden 98 Gebote mit einem Leistungsumfang von 493 MW abgegeben. Die ausgeschriebene Menge von 100 MW wurde somit erneut deutlich überzeichnet. Insgesamt bezuschlagte die Bundesbehörde 18 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 100.554 kW. Der Großteil der Gebote wurde für Flächen in Bayern bezuschlagt (13 Zuschläge mit 75 MW). Die verbleibenden fünf Zuschläge verteilen sich auf Flächen in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte lagen zwischen 3,55 ct/kWh und 5,21 ct/kWh und sind im Vergleich zur Vorrunde (4,70 bis 6,20 ct/kWh) wieder deutlich gesunken. Ein ähnliches Bild zeichnet sich beim durchschnittlichen, mengengewichteten Zuschlagswert ab, der in dieser Runde 5,01 ct/kWh betrug (Vorrunde: 5,69 ct/kWh).

Branche sieht Politik in der Verantwortung

Der stellvertretende VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels sagt: "Die Ausschreibungsergebnisse bestätigen noch einmal: Bei der Windenergie an Land ist keine Besserung der Lage in Sicht. Hier besteht nach wie vor hoher Handlungsdruck für die Regierungsfraktionen, endlich tragfähige Lösungen auf den Weg zu bringen. Die Flächenländer, die schon im letzten Jahr Schlusslicht beim Windenergieausbau waren, kommen auch in dieser Ausschreibungsrunde kaum zum Zuge. Wir brauchen daher verbindliche landesspezifische EE-Ausbauziele, auf die sich Bund und Länder einigen müssen."

Bei der Photovoltaik müsse jetzt zügig der 52-GW-Deckel aufgehoben werden. Es gebe keinen Sachzusammenhang zwischen der Aufhebung des Deckels und der Debatte um pauschale Abstandsregelungen für Windenergie. "Daher gibt es auch keinen Grund, beides im Paket auf den Weg zu bringen“, so Wübbels weiter.  

VDMA: Politik muss Handeln

Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems, kommentiert: "Das aktuelle Ergebnis zeigt, dass die leicht positive Entwicklung der letzten Ausschreibung vom Dezember 2019 leider nicht nachhaltig war. Das Ausbautief für Windenergie an Land muss jetzt endlich überwunden werden – zugunsten von Wertschöpfung und Beschäftigung in der Branche und zugunsten von Klimaschutz. Wir fordern die Politik zu entschiedenem Handeln auf!" (pm)

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