Einfach zur PV-Anlage auf dem Dach: Hausbesitzer senden Fotos vom Dach an den Kundenberater. In wenigen Minuten wird per KI die passende Solaranlage geplant. Anschließend kommt es zum Beratungsgespräch über ein Videotelefonat. Im dritten Schritt überprüft ein Monteur vor Ort, ob alle Maße stimmen.

Einfach zur PV-Anlage auf dem Dach: Hausbesitzer senden Fotos vom Dach an den Kundenberater. In wenigen Minuten wird per KI die passende Solaranlage geplant. Anschließend kommt es zum Beratungsgespräch über ein Videotelefonat. Im dritten Schritt überprüft ein Monteur vor Ort, ob alle Maße stimmen.

Bild: © tl6781/AdobeStock

Die Solarbranche gerät zusehends in Bedrängnis. Binnen der vergangenen drei Monate haben die Unternehmen ihre Geschäftserwartungen halbiert, denn der Förderdeckel von 52 GW hängt wie ein Damoklesschwert über der Solarwirtschaft. Die Existenzangst ist dementsprechend hoch, vor allem da bereits erste Großprojekte gecancelt wurden.

„Eine vergleichbare Eintrübung in so kurzer Zeit haben wir nie zuvor beobachten können. Immer mehr Solarunternehmen geraten in Existenzangst. Häufigste genannte Ursache ist der nahende Solardeckel, während sich das Corona-Virus bislang kaum dämpfend auf die Nachfrage nach Solarstromanlagen auswirkt“, berichtet Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW.

Erste Großprojekte abgesagt

Der Solardeckel müsse jetzt unverzüglich fallen, um in letzter Minuten gewaltigen Schaden von der Energiewende und der Branche abzuwenden, heißt es weiter von Körnig. Die Verzögerung einer Gesetzesinitiative auf einen Zeitpunkt nach der Sommerpause sei keine Option, da der bei 52 Gigawatt installierter Solarleistung erreichte Förderdeckel im Falle von erwarteten Vorzieheffekten mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in diesem Sommer erreicht wird.

Vor wenigen Wochen lag die derzeit installierte Leistung laut BNetzA bereits bei 49,6 GW. Dementsprechend drastisch sind die Konsequenzen für die Solarwirtschaft, wie Körnig betont: „Schon jetzt platzen immer mehr große Solardachprojekte, die nicht mehr rechtzeitig ans Netz gehen können.“ Nach übereinstimmender Auffassung von Energieexperten würde der Zubau von Solarstromanlagen auf Gebäuden ohne die Vergütungen im EEG auf einen Bruchteil schrumpfen. „Fällt der Solardeckel jetzt nicht, werden hunderte Solarunternehmen und zehntausende Jobs existentiell gefährdet. Ohne deutlich mehr Solarenergie ist ein wirksamer Klimaschutz undenkbar“, so der BSW-Hauptgeschäftsführer.

Brief an die Bundeskanzlerin

Zuletzt hatten sich auf Initiative des BSW Ende März rund 2000 Unternehmen aus der Energiebranche in einem offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem dringenden Appell gewandt, den Förderdeckel für die Errichtung neuer Solardächer nunmehr unverzüglich zu streichen. (ls)

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