Die nächste Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) steht an. Ein Ziel ist es, erneuerbare Energien weiter in den Markt zu integrieren und Förderkosten zu senken.
Doch wie ist der aktuelle Stand? Ein Überblick in sieben Grafiken:
1. EEG-Förderzahlungen im Halbjahresvergleich
Auf der Ausgabenseite machen sich vor allem Zahlungen an Erneuerbare-Energien-Betreiber bemerkbar, die über Marktprämie, Einspeisevergütung, Mieterzuschlag oder Flexibilitätszuschlag gefördert werden.
Auffällig ist: Seit 2024 sind diese Zahlungen rückläufig. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 7,7 Milliarden Euro gezahlt.
Wie viel Fördergeld gezahlt werden muss, ist in hohem Maße vom Strompreis abhängig. Die Faustregel ist: Je höher der Strompreis im Großhandel ist, desto niedriger fallen die Förderkosten aus.
Laut Energy-Charts stieg der durchschnittliche Börsenstrompreis in Deutschland seit 2024: von 68 Euro pro Megawattstunde (MWh) im ersten Halbjahr 2024 auf 99 Euro pro MWh im ersten Halbjahr 2026 (Day-Ahead-Preis, arithmetischer Durchschnitt). Das ist eine Erklärung dafür, warum die Förderkosten seit 2024 gesunken sind.
Ein anderer Grund könnte theoretisch sein, dass erneuerbare Energien weniger Strom produziert haben. Dem war aber nicht so. Windkraft, Solarenergie und Biomasse zusammen erzeugten im ersten Halbjahr 2026 sechs Terawattstunden (TWh) mehr Strom als im Vergleichszeitraum 2024.
2. EEG-Förderzahlungen im Monatsvergleich
Tendenziell steigen die EEG-Förderkosten im Sommer. Dann sind die Tage länger. Solaranlagen können mehr Strom produzieren. Weil es dann öfter zu Überangebot und Negativpreisen kommt, steigen die Förderkosten.
Im ersten Halbjahr 2026 waren Mai und Juni mit jeweils rund zwei Milliarden Euro an Zahlungen für den Bund wieder besonders teuer. Im Vergleich zu den Zeiträumen 2024 und 2025 hielten sich die Zahlungen aber im Rahmen.
3. EEG-Kosten in der Geschichte
Für dieses Jahr hat der Bundestag 16,2 Milliarden Euro an Zuschüssen für die EEG-Finanzierung bewilligt. Das ist ein erheblicher Betrag.
Die EEG-Kosten waren aber auch schon deutlich höher. Mitte der 2010er-Jahre lagen sie bei mehr als 20 Milliarden Euro jährlich. Damals wurden die Kosten auf den Strompreis umgelegt.
Die Kosten sanken in der Energiekrise 2021/2022 stark, als sich mit Ökostrom viel Geld verdienen ließ. Gleichzeitig schaffte die Bundesregierung die EEG-Umlage ab. Zunächst erhielt das EEG-Konto über den Klima- und Transformationsfonds Zuschüsse. Seit 2025 werden die Zuschüsse aus dem Kernhaushalt finanziert.
4. Keine Explosion bei EEG-Kosten
2024 machten die EEG-Kosten auch jenseits der Fachwelt Schlagzeilen. Der Grund: Der Strompreis sank stärker als angenommen. Der Bundestag stellte zu wenig Geld bereit. In der Folge musste er einige Milliarden Euro nachschießen. Unter anderem die ampelmüde FDP machte die EEG-Kosten damals zu ihrem Thema.
Auch auf ihr Betreiben hin beschloss der Bundestag Anfang 2025 das sogenannte Solarspitzengesetz – wobei die FDP am Ende dagegen stimmte. In diesem Zuge wurde die Förderung erneuerbarer Energien etwa in Zeiten negativer Preise noch strenger geregelt.
Für dieses Jahr muss sich der Bundesfinanzminister nach jetzigem Stand keine großen Sorgen um die EEG-Kosten machen. Im ersten Halbjahr wurden Mittel in Höhe von 7,5 Milliarden Euro überwiesen. Das bedeutet, dass für das zweite Halbjahr mehr als die Hälfte des vom Bundestag bewilligten Geldes noch zur Verfügung steht.
Auch auf dem EEG-Konto hat es sich beruhigt. Stand Juni betrug das Guthaben 1,1 Milliarden Euro. Zeiten wie der Februar 2024, als das Guthaben aufgebraucht war, scheinen weit weg zu sein.