Die JES AG aus Rostock, ein in diesem Jahr aus dem Photovoltaik(PV)-Projektentwickler HK Solartec ausgegründeter Investor und Grünstromvertrieb, plant, von 2020 bis 2022 bis zu 250 Mio. Euro in die Errichtung von Freiflächen-Solarparks zu investieren, die ohne Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betrieben werden. Dies geht aus einer Pressemitteilung vom Donnerstag hervor.
Als erster mittelständischer Stromversorger in Deutschland etabliert die JES AG damit nach eigenem Anspruch unabhängig vom staatlichen Förderregime erzeugten grünen Strom am Verbrauchermarkt. Vereinzelt sind bereits subventionsfreie Neuanlagen in Betrieb, so etwa die erste crowdfinanzierte von Enyway mit der Baywa r.e., mit 1,3 MWp Maximalleistung, und ein Power Purchase Agreement (PPA) von Centrica. Aber da sind jeweils Großkonzerne beteiligt, im einen Fall als Generalunternehmer, im anderen Fall als technischer und kaufmännischer Betriebsführer sowie Direktvermarkter.
"Günstiger Ökostrom zu stabilen Preisen"
Projektentwicklungs-Partner von JES ist dabei jeweils deren Mutter HK Solartec. Insgesamt befinden sich 70 MWp in der Entwicklung. Im Oktober errichtete JES die ersten 30 PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern, jetzt plane man die ersten Freiflächenparks, ergänzte die Pressestelle gegenüber der ZfK.
JES-Vorstand Frank Jarmer über den Hintergrund: "Wir werden unseren Kunden künftig ohne staatliche Förderung ein günstiges Stromangebot mit stabilen Preisen aus Erneuerbaren bieten. Deshalb starten wir mit dem Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen im ganzen Bundesgebiet. Unser Schwerpunkt liegt dabei zunächst auf Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern."
"Sonnenstrom" mit Herkunftsnachweisen
Woher die 250 Mio. Euro Investitionssumme kommen, war am Donnerstag nicht zu erfahren. Die JES ist eine nicht börsennotierte AG, die Abkürzung bedeutet "jederzeit erneuerbaren Strom".
Seit Donnerstag können kleine Abnehmer bis zu einem Verbrauch von 10.000 kWh im Jahr bundesweit auch Strom bei der JES AG bestellen, zunächst nur auf der Website des Unternehmens. Das bestätigt eine Stichprobe der ZfK. In die Belieferung geht der Kunde dann frühestens zum Jahreswechsel. Das Produkt heißt "JES Sonnenstrom", ist aber bilanziell lediglich mit gesetzlichen Herkunftsnachweisen hinterlegt. Der Preis ist nicht überteuert, ergibt eine weitere Stichprobe im Eon-Grundversorgungsgebiet rund um München. "Der Schritt vom Projektierer zum Energieversorger ist deutschlandweit einmalig", meint JES-Aufsichtsratschef Jonas Holtz. (geo)
