Das Braunkohlekraftwerk Neurath von RWE ist mit einer Leistung von 4400 MW das größte Kraftwerk in Deutschland.

Das Braunkohlekraftwerk Neurath von RWE ist mit einer Leistung von 4400 MW das größte Kraftwerk in Deutschland.

Bild: © TelepermM/Wikipedia

Laut dem aktuellen Powerbarometer von Eurelectric sinken die CO2-Emissionen aus dem Stromsektor schneller als erwartet, teilte der Branchenverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft mit. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Erzeugungsmix habe in einem Jahr um fast 10 Prozentpunkte zugenommen, während sich der Ausstieg aus der Kohleverstromung stark beschleunigt habe.

Erneuerbare Energien machten laut Eurelectric im ersten Halbjahr diesen Jahres 40 % des Strommixes in der EU aus, während die Erzeugung fossiler Brennstoffe um 18 % zurückging.

21 kohlefreie Länder in der EU bis 2030

Und der Trend werde sich fortsetzen. Unabhängig davon, ob die europäische Wirtschaft eine anhaltende Wirtschaftskrise oder eine rasche Erholung erleben werde, könnten bis 2030 bis zu 80 % des Stroms in der EU ohne fossile Brennstoffe erzeugt werden.

So rechnet Eurelectric damit, dass die Kohleverstromung in Europa bis 2030 um zwei Drittel zurückgeht. Die Zahl der kohlefreien Länder in der EU werde innerhalb der kommenden 10 Jahre auf 21 klettern, von derzeit neun.

Ausbautempo für Wind und PV verdoppeln

Der Energiesektor befinde sich bereits auf einem schnellen und entschlossenen Weg zur Dekarbonisierung, erklärte Kristian Ruby, Generalsekretär von Eurelectric. Aber eine weitere Beschleunigung sei erforderlich, um die Klimaschutzziele der EU für 2030 zu erreichen, die die gesamte Wirtschaft umfassten, einschließlich der Endverbrauchssektoren, die immer noch stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind.

Es müsse darum gehen, den Energieverbrauch in Sektoren wie Verkehr, Gebäude und Industrie durch kohlenstoffarmen Strom zu ersetzen und gleichzeitig die Kapazitäten für saubere Energie auszubauen. Konkret müsse das Tempo des Ausbaus von Wind- und Solarkapazitäten verdoppelt werden, um die Klimaschutzziele der EU für 2030 zu erreichen.

Import von klimaschädlichem Strom verhindern

Hierzu müssten jedoch die Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Elektrifizierung vorangetrieben werden, beispielsweise über einen verstärkten Ausbau der Ladeinfrastruktur. Zudem sollte die EU dringend Maßnahmen ergreifen, um unlauteren Wettbewerb und Importe von unverminderter Kohleverstromung aus Drittländern zu vermeiden.

Denn das aktuelle Powerbarometer dokumentiere einen steilen und plötzlichen Anstieg der Stromimporte in die EU. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre seien die importierten Strommengen von 3 Terawattstunden (TWh) auf über 20 TWh geklettert. Aufgrund laxer Energie- und Klimabestimmungen sei die durchschnittliche CO2-Intensität dieses importierten Stroms zwei- bis dreimal so hoch wie die des in Europa produzierten Stroms. (hcn)

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