Noch bis Frühjahr 2021 läuft der Feldtest an einer Hochspannungsleitung in der Nähe von Donauwörth.

Noch bis Frühjahr 2021 läuft der Feldtest an einer Hochspannungsleitung in der Nähe von Donauwörth.

Bild: © LEW Verteilnetz GmbH

Um Vereisungen möglichst früh zu erkennen, testet die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) deutschlandweit erstmalig gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM und dem Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme (ENAS) das sensorgestützte autarke Stromsensorsystem (ASTROSE).

Starke Eisbildung an den Leiterseilen einer Freileitung kann zum Problem werden: Löst sich eine kräftige Eisschicht, etwa durch einen starken Windstoß, kann ein Leiterseil in Schwingung geraten und weitere Leiterseile berühren oder ihnen so nahekommen, dass es zu einem Stromüberschlag kommt. Schlimmstenfalls kann das im Stromnetz zu einem Ausfall führen.

Algorithmus warnt vor drohender Vereisung

Für das Eislast-Monitoring haben die Projektverantwortlichen auf Leiterseilen an sechs Maststandorten einer nördlich von Donauwörth verlaufenden Freileitung ASTROSE-Sensoren angebracht. Diese messen Temperatur, Neigungswinkel sowie die Stromstärke eines Leiterseils. Über eine Richtfunkverbindung werden die Daten der Sensoren alle 15 Minuten an einen Rechner übertragen.

Ein Algorithmus prüft, ob die Daten auf eine Vereisung hindeuten. Sollte das der Fall sein, werden die Mitarbeiter der Netzleitstelle von LVN in Augsburg informiert, die dann die Leiterseile vom Eis befreien.

Feldtest bis Frühjahr 2021

Der Feldtest läuft noch bis zum Frühjahr nächsten Jahres. Das ASTROSE-System selbst ist nicht neu. Viele Netzbetreiber nutzen es etwa, um den Durchhang von Leitungen bei hohen Temperaturen und hohen Stromstärken zu überwachen. Für die Früherkennung von Vereisungen wurde das System bislang allerdings noch nicht eingesetzt. (amo)

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