In den nächsten Wochen sollen auf einem Baggersee in Leimersheim (Rheinland-Pfalz) mit ca. 14.000 Quadratmetern zwei schwimmende Photovoltaikanlagen mit etwa 1,5 MW Leistung entstehen.

In den nächsten Wochen sollen auf einem Baggersee in Leimersheim (Rheinland-Pfalz) mit ca. 14.000 Quadratmetern zwei schwimmende Photovoltaikanlagen mit etwa 1,5 MW Leistung entstehen.

Bild: © Erdgas Südwest

Erdgas Südwest gab am heutigen Dienstag den Startschuss für den Bau ihres neuesten und bislang größten schwimmenden Photovoltaik-Projekts bekannt: In den nächsten Wochen sollen auf einem Baggersee in Leimersheim mit ca. 14.000 Quadratmetern zwei schwimmende Photovoltaikanlagen mit etwa 1,5 MW entstehen, teilte das Unternehmen in einer Presseerklärung mit. Noch in diesem Jahr soll eine der Anlagen in Betrieb genommen und der Strom für die Versorgung des dortigen Kieswerks Pfadt genutzt werden.

„Wir freuen uns, dass die Anlage nach langer Planung und Vorbereitung jetzt in die Umsetzung kommt“, wird Projektleiter Peer Köster, der das Projekt seitens Erdgas Südwest gemeinsam mit seiner Kollegin Melanie Gimmy betreut, zitiert.

Hohe Akzeptanz vor Ort 

„Ich bin stolz, dass ein derart fortschrittliches Vorhaben in unserer Region umgesetzt wird. Ich bin sicher, dass alle Beteiligten und auch die Gemeinde mit ihren Bürgerinnen und Bürgern langfristig von der Anlage profitieren, denn der Großteil der erzeugten Energie wird direkt in Leimersheim genutzt werden. Wir wollen und müssen für die Energiewende vor Ort eintreten“, sagt Matthias Schardt, Ortsbürgermeister von Leimersheim und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rülzheim, laut der Pressemiteilung.

Durch die Anlage werden laut Erdgas Südwest insgesamt 548.000 Kilogramm CO2 pro Jahr im Vergleich zum Energiemix 2019 eingespart und die Umwelt durch den Bezug von grünem Strom ganz entscheidend entlastet. Gerade energieintensive Kieswerke seien für die Umstellung auf PV-Strom optimal geeignet, denn die Sonne scheint vornehmlich zu Produktionszeiten, womit die Stromerzeugung genau zu den Lastgängen passe, teilte das Unternehmen mit.

Keine Flächenkonkurrenz zu anderen Nutzungen

Zusätzlich zu CO2 spare die schwimmende Photovoltaik-Anlage zudem Platz auf Freiflächen: „Die Anlage steht in keiner Konkurrenz zu anderen Bauvorhaben, der Landwirtschaft oder sonstigen Nutzungszwecken“, so Köster. Außerdem würden, um eventuell nachteilige Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt im und um den See herum entgegenzuwirken, gemäß eines offiziellen Artenschutzgutachtens verschiedene Maßnahmen ergriffen.

Insgesamt sollen auf dem Baggersee in Leimersheim 3.744 Solar-Panele auf 6.500 Schwimmkörpern auf den See gebracht und mit einer Grundverankerung fixiert werden. Der See hat laut der Pressemitteilung eine Fläche von 160.000 Quadratmeter, die Anlagen bedeckten davon nur rund 8 Prozent.

40 Prozent des Stroms dient der Eigenversorgung

Ab Inbetriebnahme im Spätherbst 2020 würden zunächst 739,44 kW an Leistung genutzt und etwa 780.000 kWh Strom erzeugt, teilte das Unternehmen mit. Dieser werde zu etwa 40 Prozent zur Versorgung des Kieswerks Pfadt genutzt, der Rest werde ins öffentliche Netz eingespeist und komme dann den Haushalten der Region zugute.

„Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen müssen wir die PV-Anlagen einzeln betrachten, um eine Zusammenlegung der Anlagen im Sinne des EEG zu vermeiden. Deswegen müssen wir die Inbetriebnahme zweiteilen“, wird Gimmy zitiert.

Handlungsbedarf der Politik angemahnt

„Aus unserer Sicht besteht hier dringender Handlungsbedarf seitens der Politik, denn es zählt jeder Tag, der mit Erneuerbarer Energie bestritten wird“, sagt sie. Immerhin könnten unter anderen Voraussetzungen auf einen Schlag 1.560.000 kWh Strom aus Sonnenenergie erzeugt und so die regionale Energiewende unterstützt werden.

Aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage schalte jedoch Erdgas Südwest dann erst Ende 2021 die zweite Anlage mit derselben Leistung und demselben Erzeugungspotenzial dazu. (hcn)

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