Im Reallabor am Forschungszentrum Jülich werden neue Konzepte für die Agri-Photovoltaik erprobt.

Im Reallabor am Forschungszentrum Jülich werden neue Konzepte für die Agri-Photovoltaik erprobt.

Bild: © Forschungszentrum Jülich / Christina Kuchendorf

Photovoltaik (PV) erzeugt nicht nur grüne Energie, sondern bietet in bestimmten Anwendungen auch weitere Vorteile und somit einen mehrfachen Nutzen (engl. "Multi-Benefit"). Ein Beispiel hierfür sind etwa Agri-PV-Anlagen. Für diese "Multi-Benefit PV" sind Solarzellen, die auf gedruckten innovativen PV-Technologien basieren, besonders geeignet, wie Forschende des Forschungszentrums Jülich, des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) und vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) herausgefunden haben.

In der kürzlich gestarteten Innovationsplattform Solar TAP ("Solar Technology Acceleration Platform for emerging Photovoltaics") sollen gemeinsam mit Industriepartnern die Technologien für diese neuen Multi-Benefit-PV-Anwendungen entwickelt werden. Die Ergebnisse wollen die Forschungspartner über die Plattform schnell und unkompliziert Industrie, Gesellschaft und Endverbraucher zugänglich machen.

Neue Potenziale

Die Forschenden sehen viele Vorteile bei PV-Anlagen mit Mehrfachnutzen: Sie seien gut formbar, leicht und flexibel und könnten hinsichtlich Farbe und Transparenz frei angepasst werden. Auch könnten die Module in vielerlei Formen und Ausführungen gestaltet werden – je nach Anwendungsbedarf.

Die Zellen lassen sich demnach auf Materialien wie Kunststoff, Glas oder Metall aufbringen, die hierdurch eine weitere Funktionalität bekommen. Dadurch entstünden zum Beispiel in der Landwirtschaft oder im Gebäudesektor neue Potenziale für den Ausbau der PV, aber auch im Verkehrssektor könnten neue Möglichkeiten erschlossen werden. Solarenergie werde so vielerorts nutzbar und könne in bestehende Strukturen integriert werden, teilen die Forschenden mit.

Wissensaustausch mit Industrie

Um diese neuen PV-Lösungen zügig marktreif entwickeln zu können, macht Solar TAP ein offenes Angebot an die Industrie: Zentral sei der Technologietransfer in ein starkes Netzwerk aus Unternehmen wie Materialzulieferer, Gerätebauer, Produzenten und Anwender, die sich im Bereich der Multi-Benefit-PV etablieren wollen. Eine gemeinsame Roadmap bildet den Rahmen des Austausches zwischen Wissenschaft und Industrie und soll den Realbezug der Entwicklungen sicherstellen. Begleitet wird die Vernetzung in Reallaboren, in denen diese neuen Technologien nicht nur entwickelt, sondern auch demonstriert werden, heißt es weiter. (jk)

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