Mit der Wiederinbetriebnahme der zweiten Turbine an der Staustufe Ellgau beendet LEW Wasserkraft ihr umfangreiches Modernisierungsprojekt an den vier Wasserkraftwerken der Rhein-Main-Donau (RMD) am Unteren Lech. Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat das Unternehmen die zwischen 1952 und 1960 errichteten Wasserkraftwerke Ellgau, Oberpeiching, Rain und Feldheim auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Dabei wurde neben der Revision der Turbinen und Generatoren die gesamte Kraftwerkstechnik überholt sowie die Steuerung der Kraftwerke durchgängig digitalisiert und vernetzt. Die Kosten für das Gesamtprojekt beliefen sich auf rund 16 Mio. Euro.
Ausstattung mit Sensoren
Im Zuge der Überholung statteten die Spezialisten von LEW Wasserkraft alle Kraftwerkskomponenten bis hin zur Rechenreinigung am Wassereinlauf mit Sensoren aus und integrierten diese in das zentrale und nun durchgängig digitalisierte Leitsystem. Dank der umfassenden Digitalisierung der Kraftwerke lassen sich von der Zentralwarte in Gersthofen aus zum einen alle Kraftwerksfunktionen kontrollieren und bedienen. Zum anderen können über die digitale Technik mögliche Störungen präzise analysiert und wo möglich über eine Fernwartung beseitigt werden.
Die Bandbreite der dafür genutzten Datenanbindung hat LEW Wasserkraft auf 25 Mbit pro Sekunde erhöht. Dies ermöglicht auch eine kontinuierliche visuelle Überwachung mit Hilfe neu installierter Kameras. Zudem lassen sich die Funktionen des Leitsystems nun auch von außerhalb der Zentralwarte aufrufen, zum Beispiel vom Laptop eines Servicetechnikers, der vor Ort im Kraftwerk eine Wartung durchführt.
Stabilität für das Stromnetz in Europa
Mit der Modernisierung der Kraftwerke hat LEW Wasserkraft außerdem die Voraussetzungen geschaffen, dass die Lechkraftwerke bei einem Blackout kritische Infrastrukturen weiter mit Strom versorgen können. Aktuell wird die Notversorgung eines nahegelegenen Wasserwerks aus dem Kraftwerk Feldheim vorbereitet. Nach Abschluss der Arbeiten kann das Kraftwerk den Betrieb der Anlagen für die Trinkwasserversorgung auch dann sicherstellen, wenn das allgemeine Stromnetz für längere Zeit ausfallen sollte.
Am Kraftwerk Rain wurde zudem ein Batteriespeicher installiert und in das LEW-Leitsystem integriert. Die Koppelung von Wasserkraftanlage und Lithium-Ionen-Speicher zu einem intelligenten Hybridsystem stellt Primärregelleistung für das Stromnetz bereit und sichert somit die Frequenzstabilität des europäischen Stromverbundnetzes. (hp)



