Strom

Mittelständler hoffen auf Solardeckel-Aus

Photovoltaik ist in kleinen und mittleren Unternehmen die beliebteste Form der Ökostromerzeugung, ihr Anteil ist sogar doppelt so hoch wie unter Privathaushalten.
19.02.2020

Solarnalagen: Insebesondere für den Mittelstand von beosnderem Interesse.

Die Wirtschaft - und vor allem der Mittelstand - wartet auf eine Entscheidung zum Solardeckel. „Wir erleben, dass viele Unternehmen verunsichert sind. Sie zögern mit dem Bau einer Photovoltaikanlage und hoffen darauf, dass der 52-Gigawatt-Deckel gestrichen wird“, sagt Victoria Ossadnik, Vorsitzende Geschäftsführerin der Eon Energie Deutschland. Für Firmen, die einen hohen Anteil des selbst erzeugten Stroms verbrauchen und den Rest direkt vermarkten wollen, lohne sich eine Anlage dabei auch ohne staatliche Zuschüsse.

Verunsichert durch den Solardeckel sind gerade viele kleine und mittlere Unternehmen. Hier sieht Ossadnik besonders viel Potential: „Eine weiterführende Förderung seitens der Bundesregierung würde den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland in jedem Fall vorantreiben.“ Nach aktueller Rechtslage läuft die staatliche Unterstützung für Solaranlagen bis 750 Kilowatt Peak aus, sobald die in Deutschland installierte Photovoltaikleistung 52 GW erreicht. Dies wird in den kommenden Monaten erwartet.

Photovoltaik für Mittelstand wichtig

PV-Anlagen, die im zweiten Kalendermonat nach dem Erreichen des 52-GW-Deckels in Betrieb gehen, würden keine Förderung mehr erhalten. Das wäre fatal, denn Interesse unter Mittelständlern für Photovoltaik ist groß, wie eine repräsentative Umfrage unter Entscheidern kleiner und mittlerer Firmen im Auftrag von Eon ergibt: Aus Sicht der Unternehmer hat Photovoltaik mit 44,5 Prozent das größte Potenzial für die Erzeugung von Ökostrom.

Auf Platz zwei der erneuerbaren Energien landen Blockheizkraftwerke mit 23,5 Prozent, aber auch Windkraft ist mit 9,3 Prozent gut im Rennen. Eine Mehrheit von rund 62 Prozent aller Mittelständler glaubt, dass sie mit der Produktion von Ökostrom entscheidend zur Energiewende beitragen kann. Jedes fünfte mittelständische Unternehmen (22,2 Prozent) erzeugt laut der Studie bereits Ökostrom

Auch Windkraft interessant

Die Entscheider in den KMU interessieren sich vor allem überdurchschnittlich stark für Solarenergie und Windkraft: 76,5 Prozent können sich zusätzlich eine Dach-, 11,8 Prozent eine Freiflächenphotovoltaikanlage auf dem Firmengelände vorstellen, 24,7 Prozent ein Blockheizkraftwerk mit KWK-Technik und 18 Prozent ein Kleinwindrad. Aktuell verfügen die meisten deutschen Mittelständler, die Ökostrom produzieren, der Umfrage zufolge über Photovoltaikanlagen – wie die privaten Haushalte.

Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die eine Solaranlage betreiben, ist allerdings etwa doppelt so hoch wie bei Privathaushalten: Rund 18 Prozent der Mittelständler erzeugen Strom aus Sonnenenergie, unter Privathaushalten sind es dagegen nur sieben Prozent. Von den ökostromproduzierenden KMU verfügen insgesamt 82,2 Prozent über eine Solaranlage, 17,1 Prozent über ein Blockheizkraftwerk, 6,9 Prozent über eine Biomasseanlage und 4,8 Prozent über ein Windrad. (sig)