Die mobilen Batteriespeicher des Ludwigsburger Start-ups können Dieselaggregate auf Baustellen ersetzen.

Die mobilen Batteriespeicher des Ludwigsburger Start-ups können Dieselaggregate auf Baustellen ersetzen.

Bild: © SWLB/instagrid

Die baden-württembergischen Stadtwerke haben eine Woche lang ihre herkömmlichen Dieselaggregate zur Versorgung von Baumaschinen durch zwei mobile Batteriesysteme ersetzt, um die Stromversorgung auf dem Bau klimafreundlicher zu machen. Genau das ist nämlich das Ziel des Ludwigsburger Start-ups Instagrid. Die Stadtwerke sollten die Prototypen auf Kapazität, Praktikabilität, Kosten und Klimafreundlichkeit testen.

Und der Versorger sparte nicht mit schwerem Gerät, das an die Batterie-Boxen angeschlossen wurde. „So haben wir zum Beispiel die Batterielösung zur mobilen Stromversorgung beim Abpumpen von Wassermengen, bei einer Baustelle mit einer Tiefbaufirma sowie bei Schweißarbeiten eingesetzt. Dabei waren schwere Werkzeuge, wie zum Beispiel Abbruchmeißel oder Bohrmaschinen im Einsatz. Die Prototypen konnten alle Situationen mit Bravour meistern“, staunt Matthias Kämmerer von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim, der die Testphase aktiv begleitete. 

Weniger Gewicht, weniger Kosten

An Durchhaltevermögen hat es den Batterien mit jeweils 1,5 kWh nicht gemangelt, binnen der Testwoche mussten sie laut dem Versorger kein einziges Mal aufgeladen werden. Und auch der ökologische Fußabdruck kann sich sehen lassen: Etwa 100 bis 120 Kilogramm wurden im Vergleich zum Dieselaggregat in der Woche an Emissionen eingespart.

Auch bei Größe und Gewicht punktet das System. Dank modularer Bauweise und Komponenten, die man sonst von Smartphones kennt, kommt die Instagrid-Batterie auf 16 bis 19 Kilogramm. Ein Dieselgenerator wiegt hingegen 150 Kilogramm. Das Leichtgewicht entlastet folglich nicht nur die Bauarbeiter, sondern auch die Kassen der Stadtwerke.

Pilotphase bis 2022

„Unsere Mannschaftswägen, die mitunter mehrere Generatoren transportieren, werden dadurch deutlich leichter. Unsere Monteure benötigen nicht mehr unbedingt einen Lkw-Führerschein, um die Fahrzeuge bewegen zu dürfen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Einsparungen an Sprit durch die Gewichtsreduzierung. Allgemein können wir unsere Betriebskosten durch den Einsatz von instagrid-Produkten, die in der Anschaffung mit 1700 (1,5 kWh) bis 2300 (2,1 kWh) Euro netto in der gleichen Preisklasse wie geläufige Dieselgeneratoren liegen, deutlich senken“, erklärt Kämmerer.

Der Test bei den Stadtwerken ist Teil eines von Instagrid angesetzten Pilotprojekts, bei dem sich bis 2022 100 portable Batteriespeicher in verschiedenen Bereichen als Ersatz für Verbrennungsmotoren beweisen müssen. (lm)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper