Der Einfluss von Windenergieanlagen an Land auf Navigationssysteme von Flugzeugen wurde überschätzt. Das haben Forscher der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) im Rahmen des Projekts WERAN plus herausgefunden.
Das Projekt, an dem neben der PTB auch die Deutsche Flugsicherung und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung beteiligt waren, kommt zu dem Ergebnis, dass die bisherigen Mess- und Berechnungsmethoden sehr restriktiv ausgelegt wurden. Zudem habe man Störfaktoren zu stark gewichtet – mit drastischen Folgen für den Ausbau der Windenergie.
Bau von Windrädern ausgebremst
So seien Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von fast fünf Gigawatt vor dem Hintergrund der bisherigen Herangehensweise nicht genehmigt worden. Das belegt unter anderem eine Umfrage der Fachagentur Windenenergie an Land.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, sieht in den Forschungsergebnissen der PTB eine große Chance. Hoffnungen setzt sie insbesondere in ein von der PTB entwickeltes Prognosewerkzeug,das helfen soll, zu juristisch belastbaren Aussagen über die Störwirkung geplanter Windenenergieanlagen zu kommen.
Realistisch bewerten
"Selbstverständlich müssen für die Flugnavigation weiterhin höchste Sicherheitsstandards gelten. Es müssen allerdings auch realistische Grundlagen für die Bewertung der Flugsicherheit herangezogen werden, um die Flächen für den dringend benötigten Ausbau von Windkraft an Land nicht unnötig zu beschneiden", betonte sie. Mit dem neuen Tool gebe es die Chance, zumindest einen Teil der Anlagen, die aufgrund der bisherigen zu restriktiven Vorgaben nicht gebaut wurden, doch noch zu realisieren. (amo)



