Liefert Strom für den "Blockwerke"-Markt: die Bürgerwindanlage Cronenberg.

Liefert Strom für den "Blockwerke"-Markt: die Bürgerwindanlage Cronenberg.

Bild: © WSW

Die lokale Grünstrom-Vermarktungsplattform Tal.Markt der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) wird im laufenden Monat respektive im März ihr Anlagenportfolio erweitern. Neu hinzukommen drei Windräder in Bisterscheid in Rheinland-Pfalz sowie eine historische Wassermühle mit einer Leistung von 65 kWp in Grevenbroich, teilen die WSW auf ZfK-Anfrage mit. Zudem habe eine Energiegenossenschaft konkretes Interesse, rund 500 kW Sonnenstrom über den Tal.Markt an die Mitglieder zu liefern.

Mehr als 700 Kunden

Ingesamt bezogen Ende 2019 mehr als 700 Kunden ihren Strom über die blockchainbasierte Plattform, die gelieferte Strommenge lag bei etwa 2,5 Mio. kWh. Die Kunden kommen vorwiegend aus dem Raum Wuppertal und der Bergischen Region. Das Anlagenportolio bestand aus 13 Produzenten, der Ökostrom stammte vor allem aus Photovoltaik, Windkraft- und Wasserkraftanlagen sowie Biomasse. Die Gesamtleistung lag bei 7,5 MW.

Verschiedene Kooperationsoptionen

Die Vermarktung des Stroms über die blockchainbasierte Plattform erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise. Zum einen bieten die WSW die Möglichkeit einer tiefgreifenden Kooperation inklusive einer Beteiligung am technologischen Backend. Zum anderen ist auch eine Frontendkooperation möglich. Hier haben beispielsweise Energiegenossenschaften, Vereine, Verbände oder Kirchen "die Möglichkeit, ihre Anlagen exklusiv auf den Tal.Markt zu bringen und zu vermarkten", teilen die WSW mit. Die Mitglieder all dieser Gruppierungen könnten so ihren Strom direkt aus den eigenen Anlagen beziehen.

Die Kunden können dabei den Strom-Mix aus den einzelnen Anlagen individuell zusammenstellen. Am Anfang stehe hier das Experimentieren im Vordergrund. "Das lässt mit der Zeit jedoch nach, insbesondere dann, wenn der subjektiv ideale Strom-Mix gefunden ist", versichern die WSW.

Individueller Strom-Mix: Wasserkraftanlage besonders beliebt

Weitere Bewegungen entstünden dann über Preissignale. "Im letzten Jahr haben wir gezielt Veränderungen vorgenommen, um Reaktionen der Kunden zu untersuchen", schreiben die Wuppertaler Stadtwerke. Dabei habe sich gezeigt, dass auch innerhalb der nachhaltigkeits- und ökoaffinen Zielgruppe das Preisbewusstsein ausgeprägt sei. Besonders beliebt bei den Kunden war folglich die Wasserkraftanlage - ihr Strom war von allen Anlagen der günstigste.

Erster Blockwerke-Partner plant Produkt

Unter der Marke "Blockwerke" kooperieren die WSW seit vergangenem Frühjahr in Sachen Tal.Markt mit der Energieversorgung Halle, der Bremer swb und den Stadtwerken Trier. Ein erstes dieser Partnerunternehmen wird voraussichtlich noch in diesem Jahr mit einem eigenen Produkt auf Basis der Blockwerke-Infrastruktur an den Markt gehen.

Herausfordernder österreichischer Markt

Auch in Österreich werden Kooperationen angestrebt. Hier sei die Situation für ein Grünstromprodukt aber herausfordernder, weil der Strommix aufgrund der speziellen Erzeugungsstruktur durch Wasserkraftanlagen im Grunde zu 100 Prozent grün sei. Hier könnten zukünftig aber Quartierslösungen interessant werden. (hoe)

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